Österreich

Innviertlerin muss in kolumbianisches Gefängnis

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:35

Eine Ende November 2011 in Kolumbien wegen Verdachts auf Drogenbesitz festgenommene 23-jährige Oberösterreicherin ist von einem Gericht in Bogota zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Der Spruch ist nicht rechtskräftig. Die Anwälte der Frau haben mit dem Gericht und der Staatsanwaltschaft eine Vereinbarung geschlossen, die eine Strafe deutlich unter dem an sich vorgesehenen Mindestmaß ermöglichte. Außenamts-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal bestätigte der APA am Donnerstag einen Bericht des kolumbianischen Radiosenders "Caracol Radio".

Frau beteuert Unschuld

In einem Koffer der jungen Frau waren 2,4 Kilo Kokain gefunden worden. Sie hat stets ihre Unschuld beteuert. Mit der Abmachung räume sie ein, dass sie die Vorwürfe gegen sie nicht entkräften könne, so Launsky-Tieffenthal. Es sei aber kein Schuldeingeständnis nötig gewesen. Durch den Deal wurde das Verfahren schneller abgewickelt und der Richter konnte eine niedrigere Strafe verhängen als vorgesehen. Denn im von Drogenkriminalität gebeutelten Kolumbien müsste man bei 2,4 Kilo Kokain mit mindestens zehn Jahren und acht Monaten rechnen, erklärte der Ministeriums-Sprecher.

Noch ist das Urteil nicht schriftlich zugestellt worden. Erst wenn das geschehen ist, beginnt die fünftägige Berufungsfrist zu laufen. Ob die Frau Rechtsmittel ergreifen wird, stand vorerst nicht fest. Die Oberösterreicherin sei "bisher erstaunlich stark und tapfer" gewesen, berichtete Launsky-Tieffenthal. Das Ministerium arbeite mit den Angehörigen weiter daran, der Frau das Leben zu erleichtern. Man versuche dafür zu sorgen, dass sie Besuche empfangen kann und etwa mit Büchern oder Hygieneartikeln versorgt werde.

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