Insekten-Sterben, Wien will Sechsbeiner retten

Die Zahl und Vielfalt der Insekten nimmt weltweit drastisch ab - die Auswirkungen des Sterbens könnten fatal sein.
Die Zahl und Vielfalt der Insekten nimmt weltweit drastisch ab - die Auswirkungen des Sterbens könnten fatal sein.Bild: iStock
Der rasante Verlust der Insektenvielfalt besorgt nicht nur Biologen. Das Projekt CITY NATURE will dem Tiersterben in den kommenden Jahren entgegenwirken.
Jährlich schrumpft die Biomasse der Insekten um 2,5 Prozent - ein fataler Wert für unsere Umwelt, wie neue Studien warnen ("Heute" berichtete).

Die Wiener Umweltschutzabteilung MA22 will als Partnerin vom EU-Projekt CITY NATURE über die kommenden drei Jahre hinweg die gefährliche Entwicklung einbremsen.

Insekten unverzichtbar für Ökosysteme

Insekten sind maßgeblich für die Bestäubung und Verbreitung von Pflanzen verantwortlich. Die Pflanzen und auch sie selbst dienen anderen Tieren als wichtige Nahrungsgrundlage. Sterben die Insekten aus, ist das nicht nur für die Pflanzen fatal, sondern auch für größere Tiergruppen wie Vögel. Auch sie wären dann nicht mehr überlebensfähig.

Darum sterben immer mehr Insekten

Die Gründe für das Massensterben der Sechsbeiner liegen beim Menschen. Landwirtschaftliche Monokulturen, der Einsatz von aggressiven Pestiziden und auch die Klimaerwärmung sind verantwortlich dafür, dass Artenvielfalt seit Jahren drastisch abnimmt.

CommentCreated with Sketch.7 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Wiener Naturschutzgesetz stellt Teile des Stadtgebiets unter Schutz

Bereits im Jahr 2000 wurde das Netzwerk Natur als Arten- und Lebensraumschutzprogramm der Stadt Wien ins Leben gerufen. Dieses ist auch im Wiener Naturschutzgesetz verankert. Seitdem werden Gebiete mit ökologisch wertvollen Lebensräumen und Artenvielfalt, aber auch solche, die eine besondere landschaftliche Ausprägung auszeichnen, zum Naturschutzgebiet erklärt. Inzwischen stehen rund 30% des Wiener Stadtgebiets unter Schutz.

Stadt will Entwicklung weiter eindämmen

Jetzt soll gemeinsam mit der Forstverwaltung Bratislava und dem Slowakischen Institut für Ökologie ein dreijähriges Projekt starten. Beteiligt sind auch MA42, MA18, MA21 und das Biosphärenwerk Wienerwald. Das Projekt befindet sich unter dem Schirm des EU-Projekts CITY NATURE, das die Steigerung der Biodiversität zum Ziel hat.

Am 22. Juni findet nun erstmals ein internationaler Tag der Artenvielfalt statt, bei dem Experten über die Insekten, deren Gefährdung, aber auch andere durch das Sterben gefährdete Tiere wie Fledermäuse und Vögel informieren wollen. Die Veranstalter bieten auch Sensenmähkurse an - eine Technik, die Insekten und Umwelt schont.

Ein Forschungsfokus wird nun auch auf seltenen Fledermausarten und Schwalben liegen. Deren Lebensumstände sollen über einen längeren Zeitraum erhoben und analysiert werden, um Schutzstragien zu entwerfen und somit den Artenbestand langfristig erhalten zu können. (rfr)

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