Der traditionsreiche Suhrkamp-Verlag, bei dem schon Hermann Hesse, Bert Brecht und Max Frisch ihre Werke veröffentlichten, ist insolvent. Das Verfahren wurde nun eröffnet.
Die zuständige Richterin Mechthild Wenzel vom Amtsgericht Berlin Charlottenburg bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Die Welt". Sie habe das Verfahren über das Vermögen der Suhrkamp KG am Dienstagabend eröffnet, so Wenzel.
Der "Welt" zufolge hatte der Sachwalter Rolf Rattunde einen Insolvenzplan vorgelegt, mit dem die Zukunft des Unternehmens gesichert werden soll. Nach Informationen des Blattes sieht der Plan die Umwandlung von einer Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft vor.
Seit Jahren streiten der Minderheitsgesellschafter Hans Barlach und die Verlegerin von Suhrkamp, Ulla Unseld-Berkéwicz, um die Leitung des Unternehmens. Mit der Umwandlung in eine AG würde Barlach voraussichtlich seine zahlreichen Sonderrechte verlieren, schreibt die Zeitung.
Ende Mai hatte der Verlag ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Danach haben die Beteiligten bis zu drei Monate Zeit, Sanierungsvorschläge zu unterbreiten.
APA/red.