Bei der Schießerei am Sonntagabend in Rudolfsheim-Fünfhaus, bei der ein Kosovo-Albaner ums Leben gekommen und sein Bruder schwer verletzt worden ist, dürfte es sich um einen lange geplanten Mord handeln. Grund war offenbar eine Fehde zweier albanischer Familien. Nach den beiden Verdächtigen wird weltweit gefahndet.
Die Polizei geht davon aus, dass der unbekannte Täter, der auf Bildern der Überwachungskamera zu sehen ist, die Opfer der Familienfehde gezielt in Wien aufgesucht hat und der Mord schon von langer Hand geplant war. Die beiden Brüder, die getötet bzw. verletzt wurden, stammen aus der Kosovo-Hauptstadt Pristina und haben in Österreich Asyl beantragt.
Die zwei Männer stritten gegen 20.30 Uhr mit einem anderen Duo in einer Straßenbahngarnitur der Linie 49. Allesamt waren am Urban-Loritz-Platz eingestiegen. In der Haltestelle Johnstraße versuchte eines der Duos auszusteigen. Gerade als sich die Tür der Bim öffnete, gab einer der im Zug verbliebenen Männer mehrere Schüsse auf seine Kontrahenten ab. Dabei traf er drei Menschen.
Drei Opfer
Ein 28-Jähriger, der von mehreren Projektilen im Oberkörper getroffen wurde, starb in der Nacht während einer mehrstündigen Notoperation.
25-Jähriger konnte erstmals Auskunft geben
Sein Bruder erlitt Schussbrüche an beiden Armen, mindestens ein Projektil drang in den Oberkörper ein. Der Mann überlebte die OP. Am Dienstag befand er sich nicht mehr in Lebensgefahr und konnte kurz zum Tathergang befragt werden.
Das dritte Opfer war eine unbeteiligte junge Frau, die in der Station Johnstraße in die Straßenbahn einsteigen wollte. Sie kam mit einem Unterschenkel-Durchschuss davon. Die 19-Jährige wurde ebenfalls operiert, es besteht keine Lebensgefahr. Die Täter flüchteten zu Fuß Richtung Schmelz.
Die Kripo fand am Tatort fünf Patronenhülsen des Kalibers 9 mm. Die Tatwaffe selbst wurde bis dato nicht gefunden. Weitere Spuren werden derzeit im kriminaltechnischen Labor ausgewertet. Parallel dazu sichten die Kriminalisten das Videomaterial der in der Straßenbahn angebrachten Kameras. Die beiden mutmaßlichen Täter werden international zur Fahndung ausgeschrieben.
Hinweise erbeten
Zeugen werden gebeten, sich mit dem Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01/31 31 0 / 33 800 in Verbindung zu setzen.