Der Wiener Polizei ist ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen, der von internationaler Bedeutung ist. Insgesamt zwölf international Verdächtige sollen Internetbetrügereien von 1,6 Mio. Euro begangen haben.
Der Wiener Polizei ist ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen, der von internationaler Bedeutung ist. Insgesamt zwölf international Verdächtige sollen Internet- und Kreditkartenbetrügereien von 1,6 Mio. Euro begangen haben.
Wie Innenministerin Johanna Mikl-Leitner am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien verkündete, konnten Wiener Beamte die international agierende Bande, die Kreditkartenfälschungen und Internetbetrügereien in großem Ausmaß verübte, dingfest machen. Dabei haben die Beamte in der Brigittenau eine Fälscherwerkstatt ausgehoben. Dort wurden unter anderem 129 Kreditkarten, 48 Ausweise, Blankokarten, Thermodrucker und ein Laminiergerät sichergestellt. Daneben fanden die Ermittler ein Video, auf dem der mutmaßliche Bandenchef das Fälschen von Ausweisen demonstriert.
Vier Verdächtige festgenommen
Vier Männer, darunter der mutmaßliche Kopf der Organisation, wurden in Österreich festgenommen, zwei Personen in Budapest, sechs Verdächtige in den USA. Die vier in Wien und Vösendorf festgenommenen Männer im Alter von 24 bis 49 Jahren sind teilweise geständig. Sie befinden sich in der Justizanstalt Korneuburg in Untersuchungshaft.
Insgesamt 367 Straftaten wurden in Österreich geklärt, sagte Mikl-Leitner bei einer Pressekonferenz im Innenministerium. Die rumänische Tätergruppe hatte es einerseits auf Einkäufe mit gefälschten Kreditkarten abgesehen, andererseits auf Internet-Betrug, indem sie auf gefakten Websites über ebenfalls gefakte Treuhandkonten nicht existierende Autos verkauften.
Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach am Montag von einem "Erfolg von internationaler Bedeutung".
So kam man den Tätern auf die Schliche
Im April 2013 nahmen Beamte in Wien einen Mann fest, den sie beim Versuch eines Betruges mit einer gefälschten Kreditkarte betreten hatten.
Im Rahmen der nachfolgenden Ermittlungen forschten die Ermittler den Stützpunkt einer illegalen Organisation aus, die international Kreditkartenfälschungen und Internetbetrügereien in großem Ausmaß verübte. Die Mitglieder dieser Organisation verschafften sich über präparierte Bankomaten (Skimming), mit Phishing-Mails oder mit fingierten Internetseiten die Kreditkartendaten ihrer Opfer und übertrugen diese auf Blanko-Kreditkarten. Mit diesen Karten kauften sie dann hochpreisige Waren oder Gutscheine.
Gefälschte Ausweise für Kontoöffnungen
Ferner täuschten die Verdächtigen auf Online-Seiten den Verkauf von Fahrzeugen vor und eröffneten mit gefälschten Ausweisen Konten, von denen sie weltweit das erbeutete Geld behoben.
"Dank der Arbeit unserer Polizistinnen und Polizisten ist es gelungen, zwölf international Verdächtige auszuforschen und festzunehmen, die allein in Österreich 367 Straftaten begangen und europaweit die eine Schadenssumme von 872.000 Euro verursacht hatten. Die Zusammenarbeit mit den USA hat zudem dazu geführt, dass den Verdächtigen Internetbetrügereien von 1,6 Millionen Euro zur Last gelegt werden konnten", sagte die Innenministerin.