Internet Explorer 9 erscheint am Dienstag

Während Googles Chrome gänzlich auf sogenannte "Release Cycles" verzichtet, und der ewige Konkurrent Firefox mit seiner Version 4 in den Startlöchern scharrt, eröffnet Microsoft kommenden Dienstag das Match um die Krone der modernen Webbrowser. Aber hält die neue Version auch was sie verspricht?

Im Vorfeld gab es viele Spekulationen, ob Microsoft es mit der kommenden Browser-Version schaffen würde, die lange verabsäumten Features nachzureichen, die ein "moderner" Webbrowser zu können hat. Geht es nach dem Marktführer, ist dieses Ziel erreicht worden. So unterstütze der Internet Explorer 9 nun 99% aller Features, die für die Darstellung moderner Webseiten benötigt werden. Kritiker bezweifeln diese Angaben, wurde doch das Erreichen dieser Werte nicht auf allgemeingültige Tests, sonders eigens von Microsoft geschaffene "Labor"-Bedingungen gestützt. Laut dem IT-Blog ZDnet schafft es der Internet Explorer 9 nicht einmal, dem 2 Jahre älteren Firefox 3.6 technisch das Wasser zu reichen.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Verabsäumnisse rasselte der weltweite Marktanteil des einst übermächtigen Internet Explorers von über 90% auf mittlerweile ca. 50% herunter. Um den Rest des Kuchens streiten sich der von Mozilla entwickelte Firefox-Browser (Weltweit 20% Marktanteil), der Shootingstar Chrome von Google (10%), sowie Safari (Apple), Opera und Sonstige (Quelle: Netapplications). Im deutschsprachigen Raum musste Microsoft gar schon die Segel streichen und die Führung an Firefox abgeben.

Dieser Trend, nicht zuletzt einem EU-Urteil geschuldet, das es Microsoft mit dem Betriebssystem Windows 7 verbietet, ihren Browser vorinstalliert auszuliefern, veranlasste Microsoft zum Umdenken. Man werde zukünftig eng mit den Gremien zur Verwaltung von Webstandards (wie dem W3C) zusammenarbeiten, um neue Technologien wie HTML5, CSS3, SVG und hardwarebeschleunigte Renderengine schneller an den Nutzer zu bringen. Einige dieser Webstandards werden von der Konkurrenz bereits seit Jahren unterstützt, konnten aber aufgrund der hohen Verbreitung alter Webbrowser (wie dem Internet Explorer 6, weltweit immer noch mit 12% vertreten) nie richtig Fuß fassen.

Nun will Microsoft das angestaubte Image des Web-Bremsklotzes abschütteln und schickt mit dem Internet Explorer 9 das Flaggschiff in Sachen Webtechnologie ins Rennen. Vor allem das aufgeräumte Interface und die beschleunigte Darstellung von Webseiten stechen ins Auge. So greift der Internet Explorer nun wie auch schon die neuesten Versionen von Firefox und Chrome direkt auf die Grafikkarte zu, um eine Webseite darzustellen, als den viel langsameren Hauptprozessor mit dieser Aufgabe zu betrauen. Auch in Sachen Security legt Microsoft deutlich nach. Phishing Filter und Private Browsing sind ebenso mit an Bord wie ein Passwort-Manager. Angenehm fällt auch auf, dass Microsoft die Suchleiste in die Adressleiste integriert hat, wie bereits aus Googles Chrome bekannt und die Suchanfrage auch direkt an Google, statt die hauseigene Searchengine Bing weiterleitet.

Die Vermarktung des Browsers lässt sich Microsoft einiges kosten. Bei der South-by-Southwest-(SXSW)-Konferenz in Austin, Texas, wird der Software-Gigant für das Gelingen des Vorhabens "Rückeroberung der Marktanteile" ordentlich die Korken knallen lassen.

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