Österreich

Inzestvater Josef F. war anonym im Spital

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:46

Einer der berühmtesten Straftäter Österreichs, Josef F., der seine eigene Tochter im Keller seines Hauses 24 Jahre lang gefangen gehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt hat und lebenslang in Haft sitzt, wurde laut "Krone" für eine Untersuchung inkognito ins St. Pöltner Spital gebracht.

Einer der berühmtesten Straftäter Österreichs, Josef F., der seine eigene Tochter im Keller seines Hauses 24 Jahre lang gefangen gehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt hat und lebenslang in Haft sitzt, wurde laut "Krone" für eine Untersuchung inkognito ins St. Pöltner Spital gebracht.

Weder Ärzte, Personal noch Patienten hätten über den "Besuch" Bescheid gewusst, heißt es in dem Bericht. F. hatte sich einen Decknamen aussuchen dürfen und wurde dann ins Spital chauffiert. Erst als er vor den Ärzten stand, sei die wahre Identität bekannt geworden. F. sei von den Behörden aufgefordert worden, sich im Spital bei der Routineuntersuchung niemandem zu nähern und niemanden anzusprechen - zu seinem und zum Schutz anderer.

Am 27. April 2008 ist eines der aufsehenerregendsten Verbrechen der österreichischen Kriminalgeschichte, der Inzestfall in Amstetten, bekannt geworden. Ein damals 73-Jähriger wurde festgenommen: Er hatte seine eigene Tochter im Keller seines Hauses 24 Jahre lang gefangen gehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt. Josef F. wurde ein Jahr später zu lebenslanger Freiheitsstrafe und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt.

"Keinerlei Auffälligkeiten"

Er ist unverändert in der Justizanstalt Stein in Haft. Er sei "im Vollzug angepasst", es gebe "keinerlei Auffälligkeiten", heißt es in der Vollzugsdirektion. Der Häftling integriere sich auch. Gesundheitliche Probleme seien nicht bekannt. Die Opfer wurden in der Folge in einem Krankenhaus betreut - abgeschirmt von der Öffentlichkeit, und wahrten ihre Anonymität auch weiterhin.

Ein Horrorfilm kann nicht schrecklicher sein als das Martyrium, das die 42-Jährige Frau gemeinsam mit ihren Kindern durchleiden musste. Seit ihrem 18. Lebensjahr eingekerkert und misshandelt brachte sie sieben Kinder zur Welt, von denen eines starb. Wegen des Todes des Babys wurde Josef F. dann auch am Landesgericht St. Pölten des Mordes schuldig gesprochen, aber auch in allen weiteren Punkten. Die 27 Seiten lange Anklageschrift umfasste weiters Sklavenhandel, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwere Nötigung und Blutschande.

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