iPhone 4: Rückrufaktion um 1,5 Mrd. Dollar?

Wegen gravierender Empfangsprobleme raten Experten zum Rückruf des iPhone 4. Die Aktion könnte Apple teuer kommen: Neben Imageverlust drohen Kosten von 1,5 Milliarden Dollar.

Die Einführung des neuen iPhones sollte Apple die Regentschaft unter den Smartphones garantieren, doch das Supergadget entpuppt sich als Flop.

Anfang der Woche riet das US-Verbrauchermagazin Consumer Reports, vergleichbar mit der deutschen Stiftung Warentest, wegen gravierender Empfangsprobleme vom Kauf des iPhone 4 ab. Je nachdem, wie das Gerät angefasst wurde, verringerte sich der vom Gerät empfangene Signalpegel um bis zu 20 Dezibel. Grund sei ein eindeutiger Hardware-Konstruktionsfehler, auch wenn die anderen Funktionen des Geräts sehr gut in den Tests abschnitten.

"Verantwortungslose" Reaktion des Konzerns

Experten sind sich einig, dass das angekündigte Software-Update das Problem nicht beheben kann. Apple müsse sofort reagieren, sonst drohe dem Kultkonzern eine "Toyota-artige PR-Krise", konstatiert Chris Lehane, Ex-PR-Krisenmanager der Clinton-Regierung. Die bisherige Reaktion auf das Problem sei "an der Grenze der Verwantwortungslosigkeit". Nach der Veröffentlichung des Berichts begann die Apple-Aktie an Wert zu verlieren.

Sollte Apple sein Vorzeigetool tatsächlich zurückrufen müssen, drohen laut Analysen von Bernstein Research Kosten in der Höhe von 250 Dollar pro Gerät. "Es würde Apple 1,5 Milliarden US-Dollar, oder 3,5 Prozent ihres verfügbaren Kapitals kosten", meint Analyst Toni Sacconaghi. Geschätzte sechs Millionen iPhones 4 wurden bisher verkauft.

Dass es soweit kommt, ist laut Experten aber unwahrscheinlich. Stattdessen wird vermutet, dass Apple kostenlose Schutzhüllen, sogenannte "Bumper", an seine Kunden verschicken wird, die das Problem beheben sollen.

Apple hat für morgen eine Krisen-Pressekonferenz einberufen.

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