IRA bekennt sich zu Briefbombenserie

Die Briefbombe, die an den Flughafen London-Heathrow geschickt worden war.
Die Briefbombe, die an den Flughafen London-Heathrow geschickt worden war.Bild: zVg
Vier Briefbomben aus Irland wurden vergangene Woche nach Großbritannien geschickt. Jetzt bekannte sich die "New IRA" dazu.
Jahrzehntelang kämpfte die Terrororganisation IRA (Irish Republican Army) für die Wiedervereinigung der irischen Insel: Die britischen Besatzer in Nordirland sowie die pro-britische, evangelische Bevölkerung waren das Ziel zahlloser Bombenanschläge, Morde und anderer Gewalttaten. Seit den späten 1960ern wurden mehr als 3.500 Menschen getötet, fast 48.000 verletzt. Erst mit dem Karfreitagsabkommen 1998 kehrte Frieden ein, die IRA legte offiziell ihre Waffen nieder.

Doch am Dienstag bekannte sich die "IRA" – in den Medien meist "Neue IRA" genannt – zu vier Briefbomben, die an die Zugstation Waterloo in London, die Flughäfen London-Heathrow und London City Airport sowie die Universität von Glasgow geschickt worden sind. Nur eine zündete, allerdings wurde niemand verletzt und nur das Kuvert brannte.

Die nordirische Zeitung "The Irish News" in Belfast erhielt ein Bekennerschreiben der IRA, die seit einigen Jahren für vereinzelte, zumeist aber kleine Anschläge verantwortlich sein soll. Die Gruppe verwendete ein anerkanntes Codewort, das die Echtheit von IRA-Anschlägen bestätigt.

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Laut den Bekennern soll noch eine fünfte Briefbombe im Umlauf sein und an einen Rekrutierungsoffizier der britischen Armee gehen. Die Bombe in Glasgow sei ebenfalls für einen Rekruter bestimmt gewesen, der an der Universität arbeitet. Laut Polizei entspricht die Bauweise jenen Briefbomben, die in der Vergangenheit von der IRA versendet worden waren. Die Ermittler glauben jedoch nicht, dass die Bomben so gebaut worden waren, dass sie jemanden hätten töten sollen.

Dies verdeutlicht, wieso sowohl Irland als auch die EU im Falle eines Austritts Großbritanniens darauf bestehen, dass es keine feste Grenze zwischen den beiden Ländern geben darf. Man befürchtet ein Ende des Friedensprozesses und ein erneutes Aufflammen der Gewalt, wenn der Brexit wieder einen Keil durch die irische Insel treibt. (red)
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