Irak: Jetzt droht die Türkei mit Militärschlag!

Bild: Reuters

Die Lage im Irak spitzt sich zu: Nachdem die Jihadisten im türkischen Konsulat in Mossul Geiseln genommen haben, denkt die Türkei über einen Militäreinsatz nach. Der Anführer der Jihadisten im Irak, Abu Bakr Al-Bagdadi, sucht indes offenbar die Entscheidungsschlacht um Bagdad. Die Kämpfer der sunnitischen Gruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) sind bereits bis auf 90 Kilometer an die Hauptstadt herangerückt.

, Abu Bakr Al-Bagdadi, sucht indes offenbar die Entscheidungsschlacht um Bagdad. Die Kämpfer der sunnitischen Gruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) sind bereits bis auf 90 Kilometer an die Hauptstadt herangerückt.

Der Irak droht derzeit, zu einem regionalen Konflikt anzuwachsen. Kämpfer der Extremistengruppe ISIL haben am Mittwoch bei der Eroberung das türkische Konsulat gestürmt und 49 Menschen, darunter auch Kinder, als Geiseln genommen.

Die Regierung in Ankara prüft nun die rechtlichen Voraussetzungen für einen Militäreinsatz im Nachbarland. "Die Diskussion dreht sich unter anderem um die Frage, ob das bisherige Mandat ausreicht oder ob ein neues Mandat benötigt wird", sagte Justizminister Bekir Bozdag am Donnerstag.

Bereits am Dienstag hatten die Islamisten 31 türkische Lastwagenfahrer in der zweitgrößten irakischen Stadt entführt. Außenminister Ahmet Davutoglu drohte mit Vergeltung, sollte den Geiseln etwas zustoßen. Auf Antrag der Türkei hatte die NATO am Mittwochabend über die Entwicklung im Irak beraten.

Jihadisten-Chef will Schlacht um Bagdad

ISIL-Kämpfer eroberten die Stadt Dhuluiyah, nördlich von Bagdad, wie ein Stadtrat, die Polizei und Augenzeugen übereinstimmend berichteten. ISIL-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani kündigte an, die ISIL-Einheiten würden weiter auf Kerbela und nach Bagdad vorrücken. In Bagdad sollte das Parlament am Donnerstag zu einer Krisensitzung zusammentreten. Die Abgeordneten wollen über einen Antrag von Ministerpräsident Nuri al-Maliki beraten, den Ausnahmezustand auszurufen.

Tikrit zurückerobert, Kirkuk aufgegeben

Bei ihrer Blitzoffensive hatten die Jihadisten . Mehr als eine halbe Million Iraker flohen vor den Kämpfen. Das staatliche irakische Fernsehen meldete am Donnerstag, die Armee habe zumindest Tikrit wieder unter ihrer Kontrolle. Ministerpräsident Nuri al-Maliki habe zudem einen Luftangriff angeordnet, berichteten Medien.

Im Gegenzug hat die irakische Armee aber offenbar die Öl-Stadt Kirkuk im Norden des Landes aufgegeben. Kurdische Sicherheitskräfte hätten die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht, teilte einer ihrer Sprecher am Donnerstag mit.

Jihadisten umgingen Schiiten-Heiligtum Samarra

Die ISIL-Einheiten umgingen bei ihrem Vormarsch am Donnerstag die Stadt Samarra, nachdem sie am Mittwoch mit dem Versuch gescheitert waren, die Stadt zu erobern. Zwar leben in Samarra vorwiegend Sunniten, aber in der Stadt befindet sich eine heilige Stätte der Schiiten. Als Fundamentalisten 2006 einen Anschlag auf diesen Schrein verübten, entwickelte sich daraus ein blutiger Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten, in dessen Verlauf Zehntausende Iraker getötet wurden.

 
ISIL kämpft auch gegen die Regierung im benachbarten Syrien und will die eroberten Gebiete über die Grenze hinweg zu einem islamischen Staat verschmelzen. Die irakische Regierung hatte angekündigt, zusammen mit der Regionalregierung in Kurdistan die Rebellen zu bekämpfen. Das Parlament in Bagdad soll am Donnerstag über einen Antrag von Ministerpräsident Nuri al-Maliki abstimmen, den Ausnahmezustand zu verhängen.

 

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