Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA spitzt sich zu: Das iranische Militär hat einem Fernsehbericht zufolge in einer östlichen Provinz eine US-Drohne abgeschossen.
Der Iran sieht sich in seinen Luftraumrechten verletzt und will sich außerhalb seiner Landesgrenzen rächen.
Zuletzt hatte sich der Streit um das iranische Atomprogramm verschärft. Nachdem sich die EU am Donnerstag auf härtere Strafmaßnahmen gegen die Islamische Republik geeinigt hatte, stimmte in der Nacht auf Freitag der US-Senat einstimmig für schärfere Sanktionen.
Die 100 Abgeordneten verabschiedeten eine Gesetzesänderung, die Strafmaßnahmen gegen ausländische Banken vorsieht, die Geschäftsbeziehungen zur iranischen Notenbank unterhalten. US-Vizepräsident Joe Biden warb unterdessen bei der Türkei dafür, den Druck auf das Nachbarland weiter zu erhöhen. Vergangene Woche hatte auch ein Sturm auf die britische Botschaft in Teheran für diplomatische Verstimmung gesorgt.
Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) trifft noch am heutigen Sonntag seinen iranischen Kollegen Ali Akbar Salehi. Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, soll das Treffen am Nachmittag (17.00 Uhr) in Bonn stattfinden, wo Salehi ab Montag an der internationalen Afghanistan-Konferenz teilnimmt.
Nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran war über eine Absage Salehis spekuliert worden. Die Proteste regierungstreuer Demonstranten in Teheran am Dienstag richteten sich gegen die jüngste Verschärfung britischer Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms. Großbritannien reagierte mit der Ausweisung aller iranischer Diplomaten.
Bei der Afghanistan-Konferenz in Bonn wollen Vertreter von Staaten und internationalen Organisationen über die Unterstützung Afghanistans nach dem Abzug der internationalen Truppen 2014 beraten. Schon am Wochenende gab es bilaterale Gespräche, am Sonntag will Westerwelle auch mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zusammenkommen. Afghanistans Präsident Hamid Karzai traf bereits am Freitag zu ersten Gesprächen in Deutschland ein.