Wenn Schiffe derzeit in die Straße von Hormus zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel einfahren, zeigen ihre Navigationsbildschirme Unmögliches an: Riesige Tankschiffe kreisen angeblich über Land, Frachtschiffe durchqueren Flughäfen, Containerschiffe treiben durch ein Kernkraftwerk.
Nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar 2026 ist die Navigation von Tausenden Schiffen im Persischen Golf gestört. Schuld ist das sogenannte GPS-Spoofing - die Übertragung gefälschter Satellitennavigationssignale.
Wie spektrum.de berichtet, ist die Meerenge, über die etwa 20 Prozent des weltweiten Erdöls transportiert werden, fast zum Erliegen gekommen. Verantwortlich dafür sind neben Raketen- und Drohnenangriffen vor allem die gefälschten GPS-Signale.
Die Störungen decken eine Schwachstelle in der globalen Lieferkette auf. Mindestens seit Juni 2025 sind die Besatzungen in einer der wichtigsten Seepassagen der Welt regelmäßig gezwungen, nach Augenmaß zu steuern, anstatt sich auf ihre üblichen satellitengestützten Instrumente zu verlassen.
"Eine erfahrene Besatzung weiß, dass ihre Ausrüstung kompromittiert ist, sobald sie kreisförmige Muster sieht", erklärt der Experte für Luft- und Raumfahrttechnik Todd Humphreys die Situation. Die Technik habe militärisch große Bedeutung: "Heute könnte der Einsatz dieser Technik über Leben und Tod entscheiden."
Militäranalysten haben den Iran als Hauptursache der Störungen in Verdacht. Dieser setzt vermutlich Equipment aus eigener Produktion sowie aus Russland oder China ein. Besonders nachts und bei schlechter Sicht erhöht sich die Kollisionsgefahr für die Schiffe erheblich.
Reedereien greifen mittlerweile auf verschiedene Zusatzsysteme zurück, darunter spezielle Anti-Jam-Antennen und optische Navigationssysteme, die Positionen via Gyroskop und Abgleich mit Satellitenbildern ermitteln.