Iran pfeift auf Wiener Atomabkommen

Irans Präsident Hassan Rouhani.
Irans Präsident Hassan Rouhani.Bild: picturedesk.com
Der Iran hat gegen das Atomabkommen verstoßen und Uran über den erlaubten Grad hinaus angereichert. Die Schwelle sei überschritten worden, so der Sprecher der Atomenergiebehörde.
Bereits am Sonntag verkündete das Regime in Teheran, man wolle sofort damit beginnen, Uran anzureichern und sich nicht mehr wie im Wiener Atomabkommen vereinbart, an die Grenze von 3,67 Prozent halten. Vor Abschluss des Abkommens hatte es der Iran auf 20 Prozent geschafft.

Heute dann die Schocknachricht: Der Iran informierte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien über die Überschreitung.

Außenministeriumssprecher Abbas Mussawi: "Der Bericht sei der IAEA wegen des arbeitsfreien Sonntags erst am Montag überreicht worden." "Der Westen sollte nicht die legitimen Entscheidungen des Iran kritisieren, sondern versuchen, uns mit praktischen Lösungen davon zu überzeugen, an dem Abkommen festzuhalten", so Mussawi weiter. Sollten insbesondere die Europäer ihre Versprechen nicht halten, dann werde dieser dritte Schritt „stärker, entschlossener und ein wenig überraschend" ausfallen, kündigte Mussawi dem staatlichen Fernsehen zufolge an. Details nannte er nicht. Der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde sagte weiters, dass eine Anreicherung von Uran bis 20 Prozent dafür eine Option sei. Die Islamische Republik werde nur an Beratungen über das aktuelle Atomabkommen teilnehmen und nicht an Verhandlungen über eine neue Vereinbarung, sagte Mussawi weiter.

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USA tobt über die iranische Entscheidung – und droht

"Sie sollten besser vorsichtig sein", sagte US-Präsident Donald Trump in Morristown in New Jersey. Der Iran mache viele schlechte Dinge. „So, wie sie das wollen, würden sie ein automatisches Recht auf den Besitz von Atomwaffen bekommen. Der Iran wird niemals eine Atomwaffe haben."

Israel Premierminister Netanyahu warnt

Benjamin Netanyahu bezeichnet die neuesten Entwicklungen als „sehr, sehr gefährlichen Schritt".

Der Iran breche sein im Atomabkommen gegebenes Versprechen, Uran nicht über ein bestimmtes Niveau hinaus anzureichern. Netanjahu bekräftigte seine Forderung an Frankreich, Großbritannien und Deutschland, Sanktionen gegen den Iran zu verhängen. „Die Anreicherung von Uran hat nur einen Zweck – Atomwaffen zu bauen", sagte der israelische Regierungschef, ein scharfer Gegner des Atomdeals.



(isa)

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