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Iranerin legt Kopftuch ab, jetzt droht ihr Ausschluss

Irans Klettermeisterin Elnas Rekabi hat im Finale der Asienmeisterschaft das obligatorische Kopftuch abgenommen. Aus Protest gegen das Regime im Iran.

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Elnas Rekabi
Elnas Rekabi
imago images / AFLOSPORT

Iranische Medien reagierten mit Empörung auf den Vorfall. "Bleibt abzuwarten, wie das Sportministerium auf diese Aktion reagieren wird", schrieb die regierungsnahe Zeitung "Hamshahri" am Montag. Anders fallen die Reaktionen in den sozialen Medien aus. Dort wurde die Sportlerin von den Iranern gefeiert. "Wir sind stolz auf dich", hieß es in einer der zahlreichen Reaktionen auf Twitter.

Seit der Islamischen Revolution von 1979 müssen die iranischen Frauen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch und lange Jacken tragen, um so Haare und Körperkonturen zu verbergen. Dieses Gesetz gilt auch für alle Sportlerinnen des islamischen Landes, insbesondere bei Wettbewerben im Ausland.

Ausschluss aus der Nationalmannschaft droht

Demnach hätte Rekabi eindeutig gegen das Kopftuchgesetz verstoßen. Ihr droht voraussichtlich der Ausschluss aus der Nationalmannschaft. Laut Beobachtern war ihre Aktion in Seoul auch im Zusammenhang mit den anhaltenden Frauenprotesten gegen den Kopftuchzwang im Iran zu sehen, als ein Signal für ihre Solidarität mit der Frauenbewegung. Rekabi belegte an den Asienmeisterschaften am Ende den vierten Platz.

Auslöser der Proteste war der noch immer nicht geklärte Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Polizeigewahrsam. Die junge Frau war im vergangenen Monat von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil ihr Kopftuch leicht verrutscht war und ein paar Haarsträhnen zu sehen waren.

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