Österreich

Irrer (23) drückte Freundin auf Bahngleise

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:12

Ein 23-jähriger Oststeirer ist am Montag im Straflandesgericht Graz wegen schwerer Nötigung und Körperverletzung verurteilt worden. Der junge Mann hatte im April seine damalige Freundin im Streit auf Bahngleise gedrängt und sie genötigt, darauf liegen zu bleiben, bis ein Zug komme. Vor Gericht gestand der vorbestrafte Mann. Er fasste zu seinen bisherigen Haftstrafen drei Monate Gefängnis aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Liste der Vorstrafen ist lang, sieben seien laut Richterin Julia Riffel einschlägig. Seit sieben Monaten sitzt der Hilfsarbeiter aus dem Bezirk Weiz seine Haftstrafen ab. Davor, nämlich am 15. April, soll es aus Eifersucht zu der am Montag verhandelten Tat gekommen sein. Damals war der 23-Jährige mit einer jungen Frau zusammen. In einem Lokal gerieten die beiden in Streit. Er war betrunken und eifersüchtig, sie wollten zum Reden nach draußen und gingen Richtung Bahnhof.

"War schon bei einer Anti-Aggressionstherapie"

"Sie gab mir keine Antworten, ich wurde aggressiv. Wie sie auf die Gleise kam, weiß ich nicht, aber ich kniete dann über ihr. Ich war wütend", beschrieb der Angeklagte die Tatnacht. Alkoholisiert sei er gewesen, genau wie bei seinen vorherigen Delikten. "Ich dachte, ich habe es unter Kontrolle, weil ich war schon bei einer Anti-Aggressionstherapie", versuchte er zu erklären.

"Und dann haben Sie zu ihr gesagt, sie soll so lange liegen bleiben, bis der Zug kommt", führte die Richterin den Hergang weiter aus. "Es kann sein, dass ich so etwas gesagt habe", meinte der 23-Jährige. Als er bereits wieder im Lokal war, kam tatsächlich ein Zug. "Ich hatte Todesangst und wollte nur mehr weg", schilderte das 21-jährige Opfer. Sie brachte sich rechtzeitig in Sicherheit.

Er misshandelte Freundin

Neben der Nötigung soll der Angeklagte seine Freundin innerhalb eines Monats drei bis viermal mit dem Kopf gegen die Wand gestoßen und verletzt haben. Er habe das nie absichtlich gemacht, er habe sie nur geschupft, so seine Sichtweise. Doch die 21-Jährige sagte etwas anderes. Der Oststeirer wurde schuldig gesprochen und muss zusätzlich zu den bisheriger Strafen nun weitere drei Monate Haft verbüßen. Er nahm das Urteil sofort an, während die Staatsanwaltschaft keine Erklärung abgab.

APA/red

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