Irrer Sydney-Geiselnehmer: "IS greift Australien an"

Bild: Reuters

Nach dem blutigen Ende des Geiseldramas von Sydney rätselt die Polizei über das Motiv des Täters. Was Harun Monis mit seiner Tat erreichen wollte, ist nach wie vor unklar. Der 50-jährige Iraner ist ebenso wie zwei seiner Geiseln ums Leben gekommen.

Nach dem von Sydney rätselt die Polizei über das Motiv des Täters. Was Harun Monis mit seiner Tat erreichen wollte, ist nach wie vor unklar. Der 50-jährige Iraner ist ebenso wie zwei seiner Geiseln ums Leben gekommen.

Der ehemalige Flüchtling hat eine lange Geschichte von gewalttätigen Verbrechen, deretwegen er auch schon war. Vor allem aber soll er - wie der australische Premier Tony Abbott erklärt hat - "von Extremismus besessen" und psychisch labil gewesen sein. "Er hüllte seine Aktion in Symbole des IS-Totenkults", so Abbott. Harun Monis hatte bei den Verhandlungen mit der Polizei eine Flagge mit IS-Symbolen gefordert. Die Terrormiliz kämpft im Irak und Syrien für einen islamistischen Staat.

IS-Attacke auf Australien

Außerdem soll er eine seiner Geiseln, eine junge Frau, im Lindt-Café am Martin Place gezwungen haben, auf ihrer Facebook-Seite zu veröffentlichen, es spiele sich eine Attacke der Terrormiliz auf Australien ab. Ein 19-Jähriger musste nach der Flucht einiger Geiseln der Redaktion des "Daily Telegraph" mitteilen, "wenn noch einer rennt, stirbt einer." Der selbsternannte radikale Prediger und Heiler hat seine Gefangenen in ständiger Todesangst gehalten, und sie mussten ihn "Bruder" nennen.
Der Iran hatte Australien sogar gewarnt, dass es sich bei Monis um einen Geisteskranken handelt.

Drei Tote

Bei der Stürmung des Gebäudes in der Nacht sind zwei Geiseln ums Leben gekommen: der 34-jährige Manager des Cafés und eine 38-jährige Anwältin. Sie hinterlässt drei kleine Kinder. Auch Harun Monis selbst hat nicht überlebt. Die Polizei war kurz nach 02.00 Uhr morgens Ortszeit eingeschritten, weil Schüsse gefallen waren. Ob die beiden Opfer durch Kugeln des Extremisten oder der Polizei umgekommen sind, wird jetzt ermittelt.

Der Mann hatte 17 Geiseln 16 Stunden lang in seiner Gewalt. Er hatte auch mit angeblichen Sprengsätzen in seinem Rucksack gedroht, die aber nirgends gefunden wurden.
Nach dem Geiseldrama liegen die Nerven in Australien blank. Das Außenministerium in Canberra ist wegen eines verdächtigen Pakets evakuiert worden. Es war in der Kantine. Die Polizei hatte Bombenalarm gegeben. Wenig später hat sich das Päckchen als harmlos entpuppt.

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