Irrer Trend kann zu Erblindung führen

In Frankreich reiben sich Jugendliche gegenseitig Chilisaft in Augen und Mund. Die neue Challenge ist so gefährlich, dass sogar die Polizei schon davor warnt.

Die langsam schon nervige Unsitte, sich auf dumme Challenges einzulassen, ist zwar irgendwie schon von vorgestern – wie die Urmutter aller viralen Herausforderungen, die "Ice Bucket Challenge" aus dem Jahr 2014, als sich die ganze Welt mit kaltem Eiswasser übergossen hat, um auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam zu machen – aber leider immer noch nicht ausgestorben.

Dauer(b)renner in Frankreich

Das Spektrum reicht von harmlosen Blödeleien wie der "Mannequin Challenge" bis zu einfach nur dummem Gefährlichkeiten wie der "Hot Water Challenge", bei der erst im August ein achtjähriges Mädchen an schweren Verbrennungen sterben musste.

In die letztere Kategorie einzuordnen ist der neue Dauerbrenner an französischen Schulen namens "Jeu du Piment", übersetzt etwa "Chili-Pfeffer-Spiel". Der Ursprung dieses Spiels, bei dem es darum geht, unwissenden und unvorbereiteten Mitschülern zerriebene Chili-Schoten und -Kerne in die Augen und den Mund zu reiben, ist unbekannt.

Die Polizei warnt

Bekannt sind aber Fälle von Schülern einer nordfranzösischen Schule im Dèpartement Aube, die sich durch die "Chili Pepper Challenge" mittelstarke Verbrennungen im Augenbereich zugezogen haben. Der in den Schoten enthaltene Reizstoff Capsaicin könnte jedoch sogar Erblindungen erwirken.

Der Hype um die gefährliche und schmerzhafte Mutprobe geht inzwischen so weit, dass auch die Gendarmerie von Pas-de-Calais eine Facebook-Warnung an Eltern herausgegeben hat.

"Da sich Prävention als effektivste Methode gegen derlei Phänomene erwiesen hat, ist es unbedingt wichtig, offen mit jungen Menschen über die Gefahren von derlei Praktiken zu reden. Bitte seid vorsichtig!", heißt es unter anderem. Es sei notwendig, Kindern und Teenagern klar zu machen, dass solche Challenges keine harmlosen Spielereien sind.

Während das Phänomen bisher vor allem in Frankreich und vereinzelten Fällen in Deutschland beobachtet wurde, sind in Österreich noch keine Fälle bekannt. Hoffentlich bleibt das auch so. (ben)

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