Österreich

Irrtum: 25-jährige Steirerin als Baby vertauscht

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:04

Ein Fall von zwei Babys, die im Herbst 1990 am Landeskrankenhaus (LKH) Graz vertauscht wurden, beschäftigt jetzt die Mediziner, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.

Ein Fall von zwei Babys, die im Herbst 1990 am vertauscht wurden, beschäftigt jetzt die Mediziner, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.

Durch eine Blutspende erfuhr kürzlich eine 25-jährige Steirerin, dass ihre Mutter nicht die leibliche ist. Daraufhin machte sie einen DNA-Test - ihre Bestürzung wurde dabei bewiesen. Zugetragen hat sich der Irrtum zwischen 15. Oktober und 20. November 1990 in Graz.

Jetzt ist das Spital bemüht, den schicksalhaften Irrtum aufzuklären: Umfangreiche Tests am Universitätsklinikum Graz brachten bisher keine definitive Klärung. Gentests aller Frauen, die im fraglichen Zeitraum an der Uniklinik zur Welt gekommen sind, sollen deshalb Klarheit in die verzweifelte Suche der 25-Jährigen bringen. 200 Frauen kommen in Frage. Sie sollen sich werktags zwischen 7 Uhr und 15 Uhr melden.

Das Klinikum Graz hat eine eigene Servicestelle eingerichtet, um den kostenlosen DNA-Test zu ermöglichen. Tel.: 0316/385-34567.

Nachdem auch Fehlerquellen außerhalb der Klinik in Betracht zu ziehen sind, hat das LKH-Univ Klinikum Graz den Fall der Staatsanwaltschaft gemeldet, welche das Ermittlungsverfahren aus Beweiserwägungen einstellte, hieß es vonseiten des Spitals. Weil der Fall verjährt ist, gibt es keine strafrechtlichen Folgen.

So werden Mütter und Babys im Spital versorgt

Die Wahrscheinlichkeit von Kindesverwechslungen in Krankenhäusern ist generell sehr gering, so das Spital. 
An der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe werden jährlich mehr als 3.000 Kinder geboren. Jedes Kind kommt in einem abgetrennten Zimmer (Kreißsaal) zur Welt und wird dort im Beisein der Eltern versorgt.

Sowohl Mutter als auch Kind erhalten sofort nach der Geburt Identifikationsarmbänder mit einer eindeutigen Buchstaben- und Zahlenkombination. Das Kind erhält aus Sicherheitsgründen sogar zwei Identifikationsbänder - eines am Arm und eines am Fuß. Die Bänder werden mehrmals am Tag kontrolliert, ihr Vorhandensein zudem jedes Mal genau protokolliert, heißt es vom Spital.

Das Neugeborene ist, wenn die Geburt normal verlaufen ist, immer bei der Mutter im Zimmer (Rooming-In). 
Lesen Sie weiter: Mehr Details zu dem Fall!

Wer kann sich kostenlos testen lassen?

Alle Frauen, welche im Zeitraum zwischen 15. Oktober und 20. November 1990 am LKH-Univ. Klinikum Graz ein Mädchen entbunden haben bzw. geboren wurden.
Kostet der DNA-Test etwas?

Nein. Der Test ist kostenlos. Eventuell anfallende Fahrtkosten können jedoch nicht übernommen werden.

Wie läuft der DNA-Test ab?

Die Probenentnahme dauert 15 bis 30 Minuten. Es wird ein schmerzloser Mundschleimhautabstrich entnommen.

Welche Unterlagen muss ich zum Termin mitbringen?

Bitte bringen Sie zum vereinbarten Termin folgende Unterlagen mit:


Lichtbildausweis (Reisepass, Führerschein, Personalausweis)
Geburtsurkunde der Tochter
Allfällige Bestätigung (z.B. Heiratsurkunde), wenn sich der Name der Mutter und/oder der Tochter geändert hat


Wann gibt es das Testergebnis?

Das Ergebnis des DNA-Tests liegt nach 7 bis 10 Tagen vor. Sie werden persönlich über das Ergebnis informiert. 

 

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