Deradikalisierung angeordnet

IS-Gruß, Schockvideos – ein Monat Haft für Jugendlichen

Der Jugendliche konnte aber nach Hause gehen, er saß die unbedingte Strafe bereits in der U-Haft ab. Bedingt erhielt der 15-Jährige 20 Monate.
Niederösterreich Heute
18.07.2024, 13:55
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Wie berichtet, musste sich der 15-Jährige wegen einer langen Liste an Anklagepunkten verantworten. Ihm drohten (als Jugendlicher) maximal fünf Jahre Haft, weil es am St. Pöltner Landesgericht um den Tatbestand der terroristischen Vereinigung, der kriminellen Organisation und der Sachbeschädigung ging.

Schlussendlich wurde er zu einem Monat unbedingter Haft und 20 Monaten bedingter Haft mit einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. Die unbedingte Strafe muss er nicht absitzen, ihm wurde die Zeit in der Untersuchungshaft angerechnet. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Lange Liste

Die Vowürfe sind zahlreich: Der gebürtige Österreicher ist großer Fan der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) und des Kaukasus-Emirats: Er hat Tiktok-Videos erstellt, auf denen zum Dschihad (dem Heiligen Kampf, Anmerkung) aufgerufen wurde. Er hat vor gleichaltrigen Personen dem IS die Treue geschworen. Dazu tauchten mehrere einschlägige Videodateien mit brutalen Szenen in einem Klassenchat auf. Neben Graffiti-Schmierereien hat der 15-Jährige einen IS-Ring und den IS-Gruß bei einem Schulausflug in die Arbeiterkammer stolz hergezeigt.

Deradikalisierung angeordnet

Nach dem ersten Prozesstag im März wurde beantragt, ein psychologische Gutachten anzufertigen. Das floss mit ins Urteil ein - das Gericht erteilte dem Jugendlichen, der in St. Pölten wohnt, zudem eine Weisung: Er soll ein Deradikalisierungsprogramm beim Verein "Derad" absolvieren.

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