Österreich

IS: Kurden starteten Hungerstreik vor UNO-City

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:57

Seit Montag harren zehn österreichische Kurden vor dem UN-Gebäude in Wien aus und wollen mit ihrem Hungerstreik auf die von der IS-Miliz besetzte Stadt Rojava in der Region Kobane aufmerksam machen. "Die ISIS ist schon in Kobane, ein Völkermord steht bevor", warnt Nina Rojbas, vom Dachverband der kurdischen Vereine in Österreich (FEYKOM).

Seit Montag harren zehn österreichische Kurden vor dem UN-Gebäude in Wien aus und wollen mit ihrem Hungerstreik auf die von der IS-Miliz besetzte Stadt Rojava in der Region Kobane aufmerksam machen. "Die ISIS ist schon in Kobane, ein Völkermord steht bevor", warnt Nina Rojbas, vom Dachverband der kurdischen Vereine in Österreich (FEYKOM).

Rojbas rief die österreichischen Politiker auf, sich für die Region Kobane einzusetzen und Druck auf die EU und die UNO auszuüben, damit diese Waffen an die kurdische Bevölkerung liefern. "Die Brutalität in Kurdistan muss gestoppt werden".

"Vergewaltigen, entführen, köpfen"

Die deutsch-kurdische Journalistin Berfin Hezel, die bis vor einem Monat in Rojava gearbeitet hat, berichtete: "400.000 Menschen sind schon aus Kobane geflohen, zurückgeblieben sind nur mehr diejenigen, die kämpfen können." Die Bevölkerung habe Angst, in die Hände der IS, die "Frauen vergewaltigt, Mädchen entführt und die Gegner köpft" zu geraten. "Überall, wo Kurden sind, stehen sie gegen ISIS auf." Hezel forderte, dass die PKK von der UN-Terrorliste gestrichen werde.

Demos und Ausschreitungen

In der Türkei demonstrieren ebenfalls seit Tagen Kurden gegen den Vormarsch der IS. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei sind haben sich am Dienstagabend Kurden und Salafisten (radikale Muslime) eine Massenschlägerei geliefert. In Celle sind Jesiden und Tschetschenen knapp an einer Schlägerei vorbeigeschrammt.

IS zieht sich zurück

Die internationale Koalition unter der Führung der USA führt ihre Luftschläge gegen die IS weiter. Die Terrormiliz soll sich unterdessen aus Teilen der nordsyrischen Grenzstadt Kobane zurückgezogen haben.

Die Reaktionen der österreichischen Politiker finden Sie auf der nächsten Seite.

Jarolim schreibt Erdogan

Der IS-Vormarsch erregt auch in Österreich Besorgnis. SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim - er ist Mitglied der Türkisch-Österreichischen Freundschaftsgruppe der Parlamentarier - hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan persönlich einen Brief geschrieben. Darin ersucht er den Staatschef "inständig", die Auslieferung von - "auch militärischen" - Hilfsmitteln an die Kurden über die türkisch-syrische Grenze zu ermöglichen, um ihnen "die Chance des Überlebens zu geben".

Kurz fordert Hilfe gegen IS-Terror

ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz rief dazu auf, die Kurden, "die an vorderster Front stehen", in ihrem Kampf gegen die IS-Terroristen "so gut wie möglich zu unterstützen, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden". Die Terroristen müssten "umgehend gestoppt" werden. vor allem im humanitären Bereich.

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