Isländer feiern ihren Vulkanausbruch auf Social Media

Auf Island ist am späten Freitagabend der Vulkan Fagradalsfjall ausgebrochen.
Auf Island ist am späten Freitagabend der Vulkan Fagradalsfjall ausgebrochen.ICELANDIC COAST GUARD / AFP / picturedesk.com
Während die Welt besorgt den Vulkanausbruch in Island beobachtet, bleiben die Isländer cool und stellen imposante Bilder auf Social Media.

In 30 bis 40 Kilometern Entfernung von der isländischen Hauptstadt Reykjavik ist der Vulkan Fagradalsfjall ausgebrochen. Die Behörden riefen die Öffentlichkeit dazu auf, sich von dem Gebiet fernzuhalten. Der Berg Fagradalsfjall liegt auf der Halbinsel Reykjanes, unweit des internationalen Flughafens Keflavik und des kleinen Fischereihafens Grindavik. Die Straße von Reykjavik zum Flughafen war zeitweise gesperrt.

Isländer feiern auf Social Media

«Die Isländer lieben ihre Vulkane trotzdem», schreibt nun die isländische Zeitung Fréttablaðið. Sie zeigt imposante Bilder des Vulkanausbruchs, welche die Isländer auf Social Media streuen. Ein prominentes Beispiel ist die Musikerin Björk Guðmundsdóttir. Sie schreibt auf Facebook: "YESSS !! Ausbruch !! In Island sind wir alle aus dem Häuschen !!!" Dazu stellte sie ein Foto online, das sie 30 Minuten entfernt von ihrem Haus schoss:

Hier weitere Bilder von isländischen Nutzern auf Social Media:

Auch der Isländer Birgir Thorarinsson konnte den Vulkanausbruch von seiner Wohnung aus beobachten:

Islands nationaler Wetterdienst stellte dieses Video online:

Mehr als 50.000 Erdbeben

Bereits in den Tagen vor dem Vulkanausbruch gab es im Umfeld des Fagradalsfjall mehrere Erdbeben, die aber weitgehend folgenlos blieben. Das Gebiet rund um den aktuellen Vulkanausbruch ist unbewohnt. Für die Bevölkerung drohe darum keine unmittelbare Gefahr, sagen die Behörden. Die Lava habe sich nur auf einem Gebiet von weniger als einem Quadratkilometer ausgebreitet, teilte der Wetterdienst IMO mit.

Das betroffene Vulkansystem Krýsuvík war nach Behördenangaben in den vergangenen 900 Jahren inaktiv. Die Region steht jedoch seit einigen Wochen unter verstärkter Beobachtung, nachdem Ende Februar ein Erdbeben der Stärke 5,7 in der Nähe des Berges Keilir registriert worden war. In der Folge kam es zu vielen kleineren Erschütterungen. Insgesamt wurden mehr als 50.000 Erdbeben gemessen, die höchste Zahl seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen 1991.

Island hat 32 aktive Vulkansysteme, im Schnitt gibt es alle fünf Jahre einen Ausbruch. Im April 2010 hatte die Eruption des kleineren Vulkans Eyjafjallajökull einen Monat lang den Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge wurden gestrichen, gut zehn Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest.

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