Der Internationale Strafgerichtshof hat einen Islamisten zu neun Jahren Haft verurteilt, weil er als Anführer einer Terrorgruppe Gräber in Mali dem Erdboden gleich gemacht hatte. Es ist weltweit das erste Mal, dass jemand wegen der Zerstörung von Weltkulturerbe angeklagt war.
Ahmad Al-Mahdi kommandierte im Juli 2012 die Moralpolizei der Dschihadistenmiliz "Ansar Dine", als sie in Timbuktu eingefallen ist und dort neun Mausoleen sowie eine Moschee zerstörte. Die Grabstätten aus dem Mittelalter wurden von den Islamisten als Symbole der Götzenverehrung angesehen.
Da die Bauwerke auf der Liste der Weltkulturerbe der Vereinten Nationen standen, gilt deren Zerstörung als Kriegsverbrechen. Al-Mahdi hatte sich schuldig bekannt und wurde im niederländischen Den Haag zu neun Jahren Haft verurteilt.