Am Mittwoch musste sich ein erst 21-Jähriger am Linzer Landesgericht vor einem Schöffensenat verantworten. Die Anklage: terroristische Vereinigung und kriminelle Organisation. Unter anderem soll er seiner Mutter zwei selbst produzierte Videos mit IS-Kampfliedern geschickt haben.
Der junge Mann aus dem Großraum Linz soll auf Social Media monatelang Propaganda für islamistische Terroristen gemacht haben. Dass er überhaupt ertappt wurde, war ein Glücksfall. Im vergangenen Jahr war mit seinem Auto unterwegs. Im Fahrzeug befand sich die verbotene Flagge des "Emirates Kaukasus", berichten die "OÖN".
Das große Pech für den 21-Jährigen: Direkt hinter ihm fuhr ausgerechnet ein Beamter des Verfassungsschutzes. Er erkannte die Flagge und hielt den Islamisten an. So kamen die Ermittlungen gegen ihn ins Rollen.
Die Texte der islamistischen Clips habe er nicht verstanden, so die Aussage des Beschuldigten. Der Rhythmus der Lieder habe ihm einfach gefallen. Auf die Frage, ob er auch Videos von Hinrichtungen auf seinem Handy hatte, sagte er: "Kann sein."
Das Verhalten des Angeklagten sorgte beim Schöffensenat für Kopfschütteln. Vor allem bei der verbotenen schwarz-weißen Fahne war sich der 21-Jährige keiner Schuld bewusst. Er soll sie laut eigener Aussage für die Flagge Saudi-Arabiens gehalten haben.
Das Urteil für den 21-Jährigen: 15 Monate Haft, davon fünf bedingt. Das Urteil ist rechtskräftig. Aber: Sollte der junge Mann nachweislich an einem Kursprogramm zur Deradikalisierung teilnehmen, bleibt ihm das Gefängnis erspart.
Das soll der Angeklagte schon vor dem Prozess angestrebt haben, erklärte sein Verteidiger. Er habe sich bereits darum bemüht, mit einem Verein für Deradikalisierung Kontakt aufzunehmen.