Welt

Islamkritischer Journalist vor Gericht erschossen

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:25

Wegen Gotteslästerung wurde der christliche Autor Hahed Hattar in Jordanien angeklagt. Seine islamkritischen Karikaturen sorgten für großes Entsetzen. Am Sonntag sollte der Prozess gegen den Journalisten starten, doch noch bevor er das Gebäude betreten konnte, wurde er von einem Attentäter erschossen.

 
Der 49-jährige Attentäter Riad Ismail A. feuerte am Sonntag drei Schüsse auf den 56-jährigen Journalisten ab und tötete den Autor vor dem Eingang des Justizpalastes in Jordanien. Der Schütze war den Behörden als Extremist bekannt, berichte die Zeitung "Jordan Times". 

Hahed Hattar sorgte mit einer Karikatur, die er auf Facebook veröffentlichte, für ordentlich Wirbel. Die Zeichnung zeigt einen bärtigen Mann, der rauchend mit mehreren Frauen im Bett liegt. Dann bittet er Gott, Wein und Nüsse zu bringen. 

Sharing this cartoon (mocking Muhammad's view of paradise) got Nahed Hattar arrested and murdered in "moderate" Jordan.
— David Wood (@Acts17)
Islamische Hardliner fanden diese Karikatur gar nicht lustig und zeigten Hattar wegen Gotteslästerung an. Zwar entschuldigte sich der Autor später, er habe nicht die Absicht gehabt, Gott zu beleidigen, doch ohne Erfolg. Am Sonntag sollte sein Prozess starten.

Die Familie von Hattar gibt dem jordanischen Staat eine Mitschuld an dem Tod des Autors. Vor Prozessbeginn schickte er den Behörden eine Liste von knappe 200 Personen, die ihm Todesdrohungen geschickt haben sollen. 

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