Islamprediger des Wien-Attentäters nun vor Gericht

Er soll in seiner Wohnung junge Männer radikalisiert haben, darunter auch der Attentäter vom 2. November 2020. Ihm droht nun eine lange Haftstrafe.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen findet am Mittwoch der Prozessauftakt gegen einen mutmaßlichen Kontaktmann des Wien-Attentäters statt. Der Angeklagte soll in seiner Wohnung in St. Pölten (NÖ) als Islamprediger tätig gewesen sein und junge Männer für den Jihad des sogenannten "Islamischen Staates" (ISIS) radikalisiert haben.

Die Anklage beschreibt den Mann als "aufstrebenden jihadistischen Prediger, der erst am Beginn seiner 'Karriere'" stand. Er soll seine giftige Ideologie unter anderem an jenen Terroristen verbreitet haben, der später den Anschlag am 2. November 2020 mit vier Toten in der Wiener Innenstadt verübte. Ermittlungen konnten dem Angeklagten allerdings keine direkte Beteiligung an dem Terroranschlag nachweisen.

Wollte radikal-islamischer Vordenker werden

Laut Staatsanwaltschaft sah eine Gruppe junger Männer um den Wien-Attentäter den nun Angeklagten als "ideologische Führungsposition". Ziel sei gewesen, nach dem ehemaligen Prediger Mirsad O. der nächste radikal-islamische Vordenker in Österreich zu werden.

Die Anklage lautet unter anderem auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, das Strafmaß hierfür liegt bei zwei bis zehn Jahren.

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