Ismael über Aus beim LASK: "Vom Traum zum Albtraum"

Valerien Ismael
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Einst war er der Erfolgscoach beim LASK, dann stolperte er über einen Corona-Skandal. Valerien Ismael spricht über das Aus bei den Linzern.

Der LASK kämpfte in der Meisterschaft auf Augenhöhe mit Salzburg, zeigte auch in der Europa League mit starken Leistungen auf. Dann kam die Corona-Krise – und der LASK wurde bei verbotenen Trainings erwischt. Sportlich ging es danach bergab, der Coach musste gehen. Ismael hat nun bei England-Zweitligist Barnsley die Nachfolge von Ex-Wolfsberg-Coach Gerhard Struber an und spricht über das Aus bei den Stahlstädtern.

"Es gab aus meiner Sicht den LASK vor dem Ausbruch der Corona-Krise und den LASK in der Phase nach Beginn der Corona-Situation. Ich möchte mich aber an die schönen Momente erinnern. Was wir da mit der Mannschaft erreicht haben zusammen mit den Rekorden, die wir gebrochen haben... Das Level des Teams war vor der Pandemie auf einer komplett anderen Ebene. Ein Traum wurde für mich dann leider zu einer Art Albtraum. Ich hatte beim LASK auch für drei Jahre unterschrieben, doch am Ende musste ich früher gehen, trotz einer erfolgreichen Zeit", meint Ismael im Gespräch mit "Sport1".

Über die verbotenen Trainings sagt er: "Es war ein Fehler von allen im Klub, nicht nur von mir. So eine Entscheidung kann der Trainer nicht alleine treffen. Aber natürlich hatte ich eine Mitverantwortung. Es war eine schwere Zeit, und wir alle haben Fehler gemacht." Dadurch sei auch der sportliche Absturz erklärbar. "Man muss sich vor Augen führen, was alles auf die Mannschaft eingeprasselt ist. From Hero to Zero. Plötzlich waren wir die Buhmänner der Nation. Die Gegner waren durch diese Geschichte extra motiviert. Der Respekt, den wir uns monatelang in der Liga aufgebaut hatten, gab uns oft vor den Spielen einen kleinen Vorteil. Doch von einem Moment auf den anderen war dieser weg. Das Glück war auch nicht mehr auf unserer Seite."

Ob er die Entscheidung der Klubführung im Rückblick verstehen kann? "Der Verein traf eine Entscheidung. Als Trainer musst du das zur Kenntnis nehmen und nach vorne schauen. Ich möchte das nicht mehr aufrollen. Ich war nicht der, der das damals alleine entschieden hat. Aber eins ist klar: So eine Entscheidung werde ich nie wieder mittragen und unterstützen. Ich habe daraus gelernt. Ich habe eine tolle, neue Herausforderung. Die unglaubliche Chance, mich als Trainer im englischen Fußball zu behaupten, will ich nutzen.

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