Brutaler Terror der Hamas auf Israel, massive Gegenschläge auf die Terroristen im Gazastreifen: "Ich fühle mich wie zerbrochen, ich fühle mich, wie wenn ich meine Identität verloren hätte und mir nun eine neue suchen muss", sagte am späten Freitagabend die israelische Schriftstellerin und Friedensaktivistin Lizzie Doron in der "ZIB2" bei ORF-Moderatorin Margit Laufer. Als Tochter einer Holocaust-Überlebenden sei ihr versprochen worden, dass Israel ein sicherer Platz für sie sei, hieß es. Sie habe aber nicht mehr das Gefühl, dass ihre Religion und ihr Volk beschützt werden könne. "Israel ist kein sicherer Ort mehr für mich", so Doron.
"Ich weiß, was Menschen einander antun können," so die Schriftstellerin. Und ihr würden als Friedensaktivistin viele Fragen zur Situation gestellt, sie müsse aber bei jeder Frage "lange nach einer Antwort suchen". "Ich versuche natürlich in die Zukunft zu sehen und die Hoffnung zu bewahren", so die Schriftstellerin, ihr Herz sei momentan aber "zerbrochen". Das Problem auf der palästinensischen und israelischen Seite seien die Führungskräfte, keine könne eine Veränderung bringen. Sie müsse auf die Zivilgesellschaft setzen, die ein friedliches und ruhiges Leben führen wolle, so Doron. Trotz aller Gräueltaten, vielleicht seien die Zivilpersonen in der Lage, "die Zukunft zu schaffen".
Israel und Palästina müssten einen Schritt zu einem besseren Leben machen, so die Friedensaktivistin, die in Tel Aviv und Berlin beheimatet war. Fühle sie sich zumindest noch in Berlin, in Deutschland, in Europa sicher? "Ich habe mich sicher gefühlt", so die Expertin, "doch Israel ist kein sicherer Ort mehr für mich" und auch in Deutschland habe sie einen Schock erleben müssen. Ihr Sohn habe ihr nach dem Ausbruch des Hamas-Terrors auf Israel eine Nachricht nach Deutschland geschrieben, dass sie aufhören solle, in der Öffentlichkeit Hebräisch zu reden. Da habe sie verstanden, "dass die Situation in Israel so intensiv ist", dass sie die ganze Welt betreffe.
"Ein Alarmruf für alle demokratischen Länder" müsse die derzeitige Situation sein, so Doron. Sie müsse daran glauben, dass eines Tages Frieden kommen werde, sonst habe sie überhaupt keine Antworten mehr, hieß es. Und: Sie fühle sich "wie ein kaputter Computer, der von einem Virus infiziert" worden sei und der neu aufgesetzt werden müsse. Als Mensch müsse sie sich aber an die Hoffnung für Frieden klammern.