Israel gegen humanitäre Waffenruhe in Gaza

Bild: AP

Israel hat sich gegen eine fünfstündige humanitäre Waffenruhe in Gaza ausgesprochen, die die militante Gruppe Islamischer Jihad für Dienstag vorgeschlagen hatte. Die Arabische Liga hat die Hamas aufgerufen, einer Feuerpause im Gaza-Konflikt zuzustimmen. Die USA haben unterdessen umgerechnet 35 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für Gaza zugesagt.

zuzustimmen. Die USA haben unterdessen umgerechnet 35 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für Gaza zugesagt.

Ein hochrangiger israelischer Diplomat hat Hoffnungen auf eine fünfstündige humanitäre Waffenruhe gedämpft. Die militante Gruppe Islamischer Jihad hatte dazu angeregt, um den Menschen Gelegenheit zu geben, sich mit Lebensmitteln einzudecken. Israel werde diesen Vorschlag nicht akzeptieren, dies habe man bereits dem UNO-Nahostgesandten Robert Serry mitgeteilt, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz" (Onlineausgabe) am Dienstag unter Berufung auf den Diplomaten.

US-Außenminister John Kerry und UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon waren am Montag nach Ägypten gereist, um in dem seit mehr als zwei Wochen anhaltenden Konflikt eine Feuerpause zu vermitteln. Die Arabische Liga hat die Hamas indes dazu aufgerufen, einer Waffenruhe zuzustimmen. Er hoffe, dass die Palästinenserorganisation einen entsprechenden Vorschlag Ägyptens akzeptiere, sagte der Vorsitzende der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, am Montag nach einem Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in Kairo.

Die Gewalt zwischen der im Gazastreifen herrschenden Hamas und Israel ging indes unvermindert weiter. Am Dienstag schlug eine Rakete in einem Haus in Yehud, 20 Kilometer östlich von Tel Aviv, so "Haaretz". Eine Frau wurde leicht verletzt. Kurz zuvor wurde eine Rakete der Hamas abgefangen.

Bemühungen um Frieden gehen weiter

Ban hält sich derzeit ebenso wie zu unterstützen. Die USA seien sehr besorgt angesichts der zivilen Opfer des israelischen Militäreinsatzes, sagte Kerry am Montag in Kairo nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär. Er hob aber gleichzeitig das Recht Israels hervor, sich gegen die Angriffe aus dem Gazastreifen zu verteidigen.

Die US-Regierung hat den Palästinensern im Gazastreifen humanitäre Hilfen im Umfang von 47 Millionen Dollar (knapp 35 Millionen Euro) zugesagt. Das Geld soll unter anderem dem UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) zugutekommen. Kerry und Ban sind in die Region gereist, um die internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu unterstützen.

Hamas lehnte Waffenruhe bisher ab

Israel hatte vor einer Woche einer von Ägypten vermittelten Waffenruhe zugestimmt und seine Luftangriffe für mehrere Stunden eingestellt. Die Hamas lehnte den Vorschlag allerdings ab und feuerte weiter Raketen auf Israel ab. Regierungschef Benjamin Netanyahu kündigte daraufhin eine Ausweitung der Angriffe auf den Gazastreifen an.

Israel fliegt seit dem 8. Juli Luftangriffe auf den Gazastreifen, um dem Raketenbeschuss aus dem palästinensischen Küstengebiet zu begegnen. Am Donnerstag startete die Armee zudem eine Bodenoffensive. Seit Beginn des Militäreinsatzes wurden im Gazastreifen nach Angaben von Rettungskräften mehr als 570 Menschen getötet. Auf israelischer Seite wurden offiziellen Angaben zufolge bisher zwei Zivilisten und 25 Soldaten getötet.

Angesichts der anhaltenden Gewalt warnten die USA ihre Bürger am Montag vor Reisen nach Israel. Zudem rief Washington seine dort arbeitenden Regierungsangestellten auf, die Altstadt von Jerusalem nach Einbruch der Dunkelheit zu meiden.

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