Welt

Israel greift zwei Ziele im Gazastreifen an

US-Präsident Donald Trump hat Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Am Folgetag sind die Sirenen ertönt, Raketen von und nach Gaza.
Heute Redaktion
13.09.2021, 22:17

In der südisraelischen Stadt Ashkelon in der Nähe des Gazastreifens ist am Donnerstag der Raketenalarm aktiviert worden. Auch in anderen israelischen Gemeinden um den Gazastreifen seien die Alarmsirenen ertönt, wie israelische Medien berichten.

Die israelische Armee hat für die Regionen Hof Ashkelon und Negev die Alarmstufe Rot ausgerufen. Wenig später hat die Armee auf Twitter vermeldet, in Gaza seien zwei Raketen in Richtung Israel abgeschossen worden, die dann aber noch im Gazastreifen landeten. Die Zeitung "Haaretz" hat die Angaben der Armee verifiziert.

Am Abend hat eine weitere Rakete das international anerkannte Staatsgebiet Israels erreicht. Die Armee hat daraufhin zwei Ziele im Gazastreifen aus der Ferne angegriffen und macht Hamas für die Raketenabschüsse verantwortlich. Verletzte gab es laut "Haaretz" nicht.

Soldaten verschoben

Aus Sorge vor einem Gewaltausbruch verlegte die israelische Armee nach eigenen Angaben bereits Hunderte zusätzliche Soldaten ins Westjordanland.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Derweil sagte der hochrangige Fatah-Politiker Jibril Rajoub der Nachrichtenagentur AP, dass die Palästinenser den US-Vizepräsidenten Mike Pence nicht empfangen werden. "Präsident Abbas wird ihn nicht willkommen heißen", so Rajoub. Pence soll die Region noch diesen Monat besuchen.

In den Städten Ramallah, Hebron, Bethlehem und Nablus und am Rande des Gazastreifens protestierten am Donnerstag Hunderte Demonstranten gegen Trumps Entscheidung. Israelische Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Gummigeschosse und scharfe Munition ein, um die Proteste aufzulösen.

Gewaltsame Proteste

Hunderte von Palästinensern haben sich im Westjordanland und im Gazastreifen Konfrontationen mit israelischen Soldaten geliefert. Dabei wurden mindestens ein Dutzend Palästinenser verletzt, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte.

Vier seien bei Ramallah und fünf nahe Bethlehem von Geschossen mit Hartgummimantel getroffen worden. Die Armee habe auch Tränengas eingesetzt. Eine israelische Armeesprecherin sagte, auch in Hebron sei es zu Auseinandersetzungen gekommen. Nach Medienberichten warfen die Demonstranten Steine auf israelische Soldaten und setzten Autoreifen in Brand.

Am Rande des Gazastreifens hätten Dutzende Palästinenser an gewaltsamen Ausschreitungen teilgenommen, teilte das israelische Militär mit. "Sie haben brennende Reifen in Richtung der Soldaten und des Sicherheitszauns gerollt und Steine geworfen", sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv. Kein Soldat sei verletzt worden.

Während der Konfrontationen hätten Sicherheitskräfte Hauptbeteiligte unter den Palästinensern vergeblich dazu aufgerufen, aufzuhören. Soldaten hätten zunächst Warnschüsse in die Luft abgegeben und dann auf zentrale Anstifter geschossen, als diese sich weiter näherten. Einige seien getroffen worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden mindestens drei Palästinenser verletzt. (kaf/sda/ap/afp)