Die israelische Luftwaffe hat laut Armeeangaben nach dem Beschuss mit palästinensischen Raketen in der Nacht auf Dienstag Angriffe gegen Ziele im Gazastreifen geflogen. Es seien "Präzisionsschläge" gegen 34 Ziele im Gazastreifen geführt worden. Seit Sonntagabend sei Israel mit mehr als 18 Raketen beschossen worden.
geflogen. Es seien "Präzisionsschläge" gegen 34 Ziele im Gazastreifen geführt worden. Seit Sonntagabend sei Israel mit mehr als 18 Raketen beschossen worden.
Augenzeugen im Gazastreifen berichteten, überall seien Explosionen zu hören gewesen. Sicherheitsleute der radikalislamischen Hamas erklärten, es seien mehr als 25 Luftangriffe innerhalb von weniger zehn Minuten gewesen. Augenzeugen sprachen von Dutzenden von Explosionen. Ziele seien Militäreinrichtungen der Hamas und des Islamischen Jihad gewesen.
Die Einrichtungen seien in Erwartung israelischer Luftangriffe bereits vorher evakuiert gewesen. Auch von der See habe die israelische Marine den nördlichen Gazastreifen beschossen. Nach Angaben des medizinischen Dienstes im Gazastreifen wurden bei Chan Yunis vier Menschen verletzt. Einer wurde vermisst. Im Westjordanland sei in der Nähe eines Flüchtlingslagers ein Mensch von der israelischen Armee getötet worden.
Leichen von drei Jugendlichen gefunden
Wenige Stunden vor den Luftschlägen waren im Westjordanland gefunden worden. Palästinensische Extremisten feuerten nach der Attacke erneut Raketen auf Israel ab. Die israelischen Luftschläge kamen nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts unter Vorsitz von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, bei der über eine Reaktion auf die Leichenfunde beraten wurde.
Israel hatte der radikalislamischen Hamas eine harte Reaktion angedroht. Die Leichen wurden zweieinhalb Wochen unter einem Steinhaufen auf einem Feld nordwestlich von Hebron gefunden, wie die Armee bestätigte. Die Tat sorgte weltweit für Entsetzen. Präsident Mahmoud Abbas berief nach dem Fund der Leichen eine Dringlichkeitssitzung der Palästinenserführung für Dienstag ein.
Hamas weist Schuld von sich
Die Hamas beschuldigte ihrerseits Israel, den Tod der drei Jugendlichen für weitere Militäraktionen gegen die Palästinenser zu benutzen. "Wir weisen alle israelische Unterstellungen und Drohungen gegen uns zurück", hieß es in einer Erklärung der Hamas. Keine palästinensische Gruppe - auch nicht die Hamas - habe sich zu der Aktion bekannt. Israel wirft der radikalislamischen Palästinenserorganisation vor, hinter der Entführung der Jugendlichen am 12. Juni zu stehen.
Die Jugendlichen wurden offenbar schon kurz nach der Entführung erschossen. Ihre Leichen wurden nur wenige Kilometer entfernt von dem Ort gefunden, an dem sie zuletzt gesehen worden waren. Die Jagd nach den Entführern dauere noch an, berichteten israelische Medien. Der Geheimdienst hat zwei Hamas-Mitglieder als Tatverdächtige genannt.
Papst schaltet sich ein
US-Präsident Barack Obama verurteilte die Ermordung der drei Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren auf das Schärfste. Obama bezeichnete die Tat als "sinnlosen Terrorakt gegen unschuldige Jugendliche" und sprach den Familien der drei Teenager sein tiefstes Mitgefühl aus. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte "geschockt". "
"Papst Franziskus schließt sich dem unsagbaren Schmerz der Familien an, die von dieser mörderischen Gewalt getroffen wurden", erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Montagabend in Rom. In einer ersten Reaktion sagte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) laut Aussendung: "Ich verurteile die Ermordung der drei entführten israelischen Schüler auf das Schärfste. Unser Mitgefühl gilt ihren Familien und Freunden in dieser schweren Stunde. Die Täter müssen vor Gericht gestellt werden".