Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will, dass seine Regierung direkte Gespräche mit dem Libanon über die Entwaffnung der pro-iranischen Hisbollah-Miliz aufnimmt. Mit dieser Anweisung reagiert die Regierung laut einer Erklärung von Netanjahus Büro am Donnerstag auf die "wiederholten Bitten des Libanon". Ziel sei es, "Friedensbeziehungen" zwischen Israel und dem Libanon zu schaffen. Die Gespräche sollen "so bald wie möglich" starten.
Die libanesische Regierung ist im vergangenen Jahr härter gegen die Hisbollah vorgegangen. Die Miliz gehört zur vom Iran angeführten "Achse des Widerstands", die sich offen die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben hat.
Am Mittwoch hat die israelische Armee ihre Angriffe im Libanon verstärkt, nachdem zwischen den USA und dem Iran eine Waffenruhe vereinbart wurde. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium wurden dabei mehr als 200 Menschen getötet und über 1.100 verletzt.
Israel und die USA sind der Meinung, dass die mit Teheran ausgehandelte zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg nicht für den Libanon gilt. Der Iran-Krieg hatte Ende Februar begonnen, als die USA und Israel Angriffe auf die Islamische Republik flogen. Anfang März weitete sich der Konflikt auf den Libanon aus.