Israel und die radikal-islamische Palästinenser-Organisation Hamas im Gazastreifen haben sich am Mittwoch Palästinenserkreisen zufolge auf eine Waffenruhe geeinigt.
Israel und die radikal-islamische Palästinenser-Organisation Hamas im Gazastreifen haben sich Mittwochabend auf eine Waffenruhe geeinigt. Ob es sich bei dem Pakt nur um ein Lippenbekenntnis handelt, oder nun tasächlich vorerst auf Gewalt verzichtet wird, wird sich zeigen. Noch Mittwochabend gab es trotz Feuerpause Schüsse.
, bei dem 23 Menschen verletzt wurden und zu dem sich eine radikale palästinensische Splittergruppe bekannte.
Israel hat der Waffenruhe zugestimmt, werde Insidern zufolge aber nicht - wie von der Hamas gefordert - die Blockade das Gazastreifens komplett aufheben. Seit Mittwoch, 20 Uhr ist die Waffenruhe jedenfalls in Kraft.
Zustande gekommen ist die Feuerpause vor allem durch die Verhandlungen des ägyptischen Staatschefs Mohammed Mursi und US-Außenministerin Hillary Clinton in Kairo. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe erst nach einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama dem vorliegenden Plan zugestimmt.
Details und Bedingungen der Waffenruhe
- Israel muss alle feindseligen Aktionen im Gazastreifen von Land, von See und aus der Luft stoppen. Dazu gehören auch Überfälle und gezielte Angriffe auf Personen.
- Die palästinensischen Gruppierungen müssen alle Feindseligkeiten vom Gazastreifen gegen Israel beenden, darunter das Abfeuern von Raketen und Angriffe auf die Grenzen.
- Innerhalb von 24 Stunden nach Inkrafttreten der Waffenruhe müssen die Grenzübergänge geöffnet sein und das Überqueren der Grenze durch Menschen ermöglicht werden, dies gilt auch für Waren. Es ist untersagt, die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken oder sie an der Grenze anzugreifen.
- Ägypten erhält Garantien, dass beide Seiten sich an die Vereinbarungen halten. Jede Partei ist verpflichtet, auf Aktionen zu verzichten, die diese Übereinkunft brechen.
Hoffen auf Ende der Gewalt
Ob es sich bei dem am Mittwoch ausgesprochenen Pakt nur um ein Lippenbekenntnis handelt, oder nun tasächlich vorerst auf Gewalt verzichtet wird, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
Denn noch am frühen Mittwochabend bombardierte Israel Teile des Gazastreifens und auch zwei Raketen sollen aus dem Libanon Richtung Israel geflogen sein. Radikale Palästinenser haben nach israelischen Angaben auch nach Inkrafttreten einer Waffenruhe Raketen auf Israel abgefeuert. Eine Militärsprecherin erklärte, das israelische Abwehrsystem habe einige der Raketen abgefangen. In Gaza berichteten Zeugen von einer Explosion kurz nach Inkrafttreten des Waffenstillstands.
In Summe wurde die Waffenruhe am Abend aber weitgehend eingehalten. Von den Minaretten der Moscheen wurden Siegesbotschaften verkündet. Bewaffnete feuerten Freudenschüsse in den Nachthimmel. "Wir haben dem zionistischen Feind (Israel) eine Lektion erteilt", sagte der Chef der Hamas-Regierung, Ismail Hanija.
Am Mittwoch vergangener Woche hatte Israel mit einer Offensive auf den anhaltenden Raketenbeschuss durch radikale Palästinenser reagiert.