Israelis & Palästinenser in Friedensgesprächen

Bild: Charles Dharapak (AP)

Nach fast drei Jahren Unterbrechung haben Israelis und Palästinenser in Washington formal ihre direkten Gespräche wieder aufgenommen. Die israelische Chefunterhändlerin, Justizministerin Tzipi Livni, und ihr palästinensischer Gegenpart Sayeb Erakat nahmen am Montagabend (Ortszeit) an einem Fastenbrechen mit US-Außenminister John Kerry teil. Dieser hieß seine Gesprächspartner im Außenamt willkommen und sprach von einem "sehr sehr besonderen" Augenblick.

Nach fast drei Jahren Unterbrechung haben Israelis und Palästinenser in Washington formal ihre direkten Gespräche wieder aufgenommen. Die israelische Chefunterhändlerin, Justizministerin Tzipi Livni, und ihr palästinensischer Gegenpart Sayeb Erakat nahmen am Montagabend (Ortszeit) an einem Fastenbrechen mit US-Außenminister John Kerry teil. Dieser hieß seine Gesprächspartner im Außenamt willkommen und sprach von einem "sehr sehr besonderen" Augenblick.

Nach dem formalen Gesprächsauftakt mit dem Fastenbrechen, wie es im muslimischen Fastenmonat Ramadan üblich ist, wird der frühere US-Botschafter in Israel, Martin Indyk, die eigentlichen Verhandlungen am Dienstag leiten. Zuvor hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, dass sie mindestens ein dreiviertel Jahr über einen konkreten Friedensplan verhandeln wollen. Israelis und Palästinenser hätten sich auf "direkte Gespräche über einen endgültigen Status" geeinigt, der "einen Kalender von mindestens neun Monaten" vorsehe, sagte eine US-Außenamtssprecherin. Dabei handle es sich aber nicht um eine Frist.

US-Präsident Barack Obama rief beide Konfliktparteien auf, mit "gutem Willen" in die ersten Direktverhandlungen seit drei Jahren einzutreten. Die Ausgangslage sei "vielversprechend", sagt er vorsichtig optimistisch, allerdings müssten jetzt "schwierige Entscheidungen" getroffen werden. Israel ist durch Justizministerin Livni und Yitzhak Molcho vertreten, die palästinensische Seite durch Chefunterhändler Erakat und Mohammed Shtajeh. Beobachter rechnen mit einem komplizierten Ringen um die Beilegung des Nahost-Konfliktes. Die Verhandlungen lagen seit September 2010 auf Eis.

Fronten sind extrem verhärtet

Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas zeigte sich unmittelbar vor der Wiederaufnahme der Gespräche kompromisslos. "Wir haben bereits alle nötigen Zugeständnisse gemacht", sagte Abbas am Montag vor Journalisten in Kairo. Seinen Worten zufolge ist in einem künftigen palästinensischen Staat kein Platz für israelische Siedler oder Militärangehörige. "In einer endgültigen Resolution wollen wir keinen einzigen Israeli - ob Zivilist oder Soldat - auf unserem Land sehen", sagte Abbas.

Israel hatte jüngst deutlich gemacht, dass es im besetzten Westjordanland aus Sicherheitsgründen eine militärische Präsenz aufrechterhalten wolle. Abbas sagte dazu, die Palästinenser wären damit einverstanden, wenn internationale Friedenstruppen diese Aufgabe übernähmen. Er bekräftigte ferner seine ablehnende Haltung zu den israelischen Siedlungen im Westjordanland sowie die palästinensische Ansprüche auf den Ostteil Jerusalems.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen