Nächtliche Attacke

Israels Bodenoffensive: Neue Angriffe im Gazastreifen

In der Nacht hat Israel erneut Truppen ins Zentrum des Gazastreifens entsandt. Doch immer weniger Israelis befürworten die sofortige Bodenoffensive.

Newsdesk Heute
Israels Bodenoffensive: Neue Angriffe im Gazastreifen
Israelische Panzer an der Grenze zum Gazastreifen in der Nähe von Sderot im Süden Israels.
JACK GUEZ / AFP / picturedesk.com

In der Nacht zum Freitag hat Israel Panzer und Truppen in den Gazastreifen entsandt und zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage einen begrenzten Angriff auf Hamas-Aktivisten und -Standorte durchgeführt. Die Razzia in der Nähe des Viertels Shuja'iyya im Osten von Gaza-Stadt wurde von Infanterie, Kampftechnik und gepanzerten Kräften durchgeführt, wobei Drohnen und Kampfhubschrauber der israelischen Luftwaffe für Luftunterstützung sorgten, wie die "Times of Israel" unter Berufung auf die Streitkräfte der IDF berichtet.

Es wurden Artillerie- und Luftangriffe gegen Einrichtungen der Terrorgruppe Hamas durchgeführt, darunter Abschussrampen für Panzerabwehrraketen und Kommandozentralen. Auch mehrere Hamas-Mitglieder seien von den Streitkräften getötet worden. Nach mehreren Stunden Einsatz zog sich die Armee wieder ab.

Nur 29 Prozent für sofortige Bodenoffensive

Laut einer Umfrage sind 49 Prozent der Israelis dafür, mit einer großangelegten Bodenoffensive im Gazastreifen abzuwarten. Wie eine von der Zeitung "Maariw" veröffentlichte Befragung zeigt, sind nur 29 Prozent der Meinung, dass das israelische Militär sofort in den Gazastreifen einmarschieren soll. 

    In der Nacht auf Freitag hat Israel Panzer und Truppen in den Gazastreifen entsandt.
    In der Nacht auf Freitag hat Israel Panzer und Truppen in den Gazastreifen entsandt.
    JACK GUEZ / AFP / picturedesk.com

    Am 19. Oktober waren noch 65 Prozent der Israelis für eine Invasion, wie "Maariw" berichtet. Die Unterstützung für eine Bodenoffensive sinkt demnach deutlich. Die Antworten in der Umfrage legen nahe, dass die rund 200 von der Hamas festgehaltenen Geiseln eine wichtige Rolle bei dem Meinungsumschwung spielen.

    Hamas meldet über 7.000 Tote

    Nach Zweifeln von US-Präsident Joe Biden an den von der Hamas angegebenen Opferzahlen hat die radikalislamische Palästinenserorganisation nun eine Liste mit Namen von fast 7.000 Menschen veröffentlicht, die bei israelischen Angriffen getötet worden sein sollen. In dem Dokument sind auch Alter, Geschlecht sowie Personalausweisnummer der getöteten Palästinenser veröffentlicht. 

    Die Angaben der Behörde sowie die Echtheit aller Namen auf der Liste ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Am Mittwoch hatte Biden gesagt, er habe "kein Vertrauen" in die Angaben der Hamas bezüglich ihrer Todesopfer. Die USA hätten "dreist" Zweifel an der Richtigkeit der angegebenen Todeszahlen geäußert, hieß es darauf in einer Erklärung des Hamas-Gesundheitsministeriums. 

    Die Hamas hätte die Liste der Opfer geteilt, "damit die Wahrheit über den von der israelischen Besatzung verübten Völkermord an unserem Volk bekannt wird", hieß es weiter.

    Hamas-Besuch in Moskau

    Beim Besuch einer Hamas-Delegation in Moskau hat ein Hamas-Vertreter eine Waffenruhe als Voraussetzung für die Freilassung von Geiseln genannt. Zuvor hatte die Hamas erklärt, rund 50 Geiseln seien bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen getötet worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. 

    Das israelische Außenministerium kritisierte die Gespräche Russlands mit einer Delegation der Hamas in Moskau scharf. Die Einladung Moskaus sei "unverschämt", hieß es in einer Stellungnahme des Ministeriums am Donnerstag.

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