An Italiens Küsten gehen die Behörden strenger gegen illegale Bauten und überhöhte Strandgebühren vor.
In Ostia, dem beliebten Stadtstrand von Rom, wurden mehrere privat betriebene Strandbäder auf Anweisung der Stadtverwaltung geschlossen.
Mitten in der Hochsaison werden derzeit zwei kommerzielle Bäderbetriebe abgerissen. An deren Stelle soll ein öffentlicher Strand entstehen, der für alle frei zugänglich und kostenlos ist. Auch in anderen Regionen wie Ligurien und Apulien gibt es ähnliche Bestrebungen.
Wie NTV berichtet, liegt die aktuelle Durchschnittsmiete für zwei Liegen und einen Sonnenschirm bei etwa 40 Euro pro Tag. Entlang von Italiens 7.500 Kilometer langer Mittelmeerküste gibt es Tausende privat betriebene Bäder – eine über Jahrzehnte gewachsene Tradition.
Obwohl die Küste dem Staat gehört und von Gesetzes wegen überall frei zugänglich sein müsste, ist mehr als die Hälfte der Strände privat verpachtet. Offiziell gibt es in Italien über 7.300 sogenannte "Stabilimenti Balneari", die meisten davon sind Familienbetriebe. Hohe Zäune und Mauern versperren vielerorts den freien Zugang zum Meer.
Das striktere Vorgehen hängt auch mit einer EU-Richtlinie von 2006 zusammen. Demnach müssen die staatlichen Konzessionen für Strandabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden. Die Umsetzung wurde in Rom immer wieder hinausgeschoben – nun soll 2027 damit begonnen werden.
Die Preise für Liegen und Sonnenschirme sind laut Verbraucherschützern in den vergangenen fünf Jahren um 24 Prozent gestiegen. Auch diesen Sommer werden weitere Erhöhungen von durchschnittlich sechs Prozent erwartet.