Italien erlebt aktuell die längste Hitzewelle des Jahres. Nach Einschätzung des Atmosphärenphysikers Lorenzo Giovannini von der Universität Trient begann die extreme Hitze Ende Juli und wird voraussichtlich mindestens bis zum 17. August anhalten.
Damit würde die aktuelle, bereits vierte Hitzewelle des Jahres insgesamt 20 Tage andauern. Giovannini betont, dass die Klimakrise dazu beiträgt, dass solche Hitzeperioden immer länger werden und in kürzeren Abständen auftreten.
Laut dem Wissenschaftler habe sich auch die Wetterlage verändert. Früher wurden Hitzewellen meist durch das nach Norden verlagerte afrikanische Hochdruckgebiet verursacht. Mittlerweile liegt dieses Hoch im Durchschnitt weiter nördlich, wodurch heiße Luft aus Nordafrika Italien leichter und länger erreichen kann.
Die Folgen der Hitzewelle sind im Land deutlich spürbar. Von den 27 größten Städten, die das italienische Gesundheitsministerium überwacht, standen zuletzt 19 auf der höchsten Warnstufe Rot.
Am vergangenen Donnerstag waren erstmals alle 27 Städte gleichzeitig von der höchsten Warnstufe betroffen. Nachfolgende Gewitter sorgten vor allem in Norditalien kurzfristig für einen leichten Temperaturrückgang.