Italien überlegt Urlaubs-Boykott gegen Tirol

Wenige Tage vor der Landtagswahl sorgt ein Plakat der Tiroler ÖVP, auf dem Silvio Berlusconi einen Fiat 500 zu Schrott fährt, für Aufregung. Bei der italienischen Botschaft in Wien gingen Beschwerden ein, das Nachbarland überlegt sogar einen Urlaubsboykott gegenüber Tirol.

Wenige Tage vor der Landtagswahl sorgt ein Plakat der Tiroler ÖVP, auf dem Silvio Berlusconi einen Fiat 500 zu Schrott fährt, für Aufregung. Bei der italienischen Botschaft in Wien gingen Beschwerden ein, das Nachbarland überlegt sogar einen Urlaubsboykott gegenüber Tirol.

Die Affäre rund um den weitet sich aus: Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck), die bei der Landtagswahl die Liste "Vorwärts Tirol" unterstützt und zugleich Tourismus-Referentin der Landeshauptstadt ist, warnte am Freitag in einer Aussendung vor touristischen Folgeschäden.

Mittlerweile gebe es schon Überlegungen zum Tirol-Urlaubsboykott seitens Italiens - und der wäre nicht so ohne, meinte die Stadtchefin, seien die Italiener doch eine der größten Besuchergruppen Innsbrucks.

Diplomatische Konsequenzen

In der italienischen Botschaft in Wien gingen aus Österreich etwa 50 Hinweise zu den VP-Plakaten ein. Botschafter Eugenio d’Auria habe diesbezüglich Kontakt mit dem Außenministerium aufgenommen.

Rückendeckung von Durnwalder

Wahlhilfe hat die Tiroler Volkspartei am Freitag aus Südtirol erhalten. "Ich wünsche Tirol keine italienischen Verhältnisse“, erklärte Landeschef Luis Durnwalder (SVP). "Bereits nach zwei Monaten herrsche Stillstand in Italien", meinte Durnwalder, Tirol brauche Stabilität. Die Stabilität und Verlässlichkeit der Tiroler Politik der letzten Jahrzehnte stehe auf dem Spiel, so Durnwalders Einschätzung.



Sportlandesrat Thomas Pupp (SPÖ) bekundete sein "Mitleid" für den zu Schrott gefahrenen Fiat 500: „Damit wird ein Kulturdenkmal diffamiert, das den Aufstieg Italiens nach dem Zweiten Weltkrieg begleitet hat. Für uns Tiroler kommt allein mit dem Wort ‚Italien‘ echte Urlaubsstimmung auf: vino, gelato, spiagga, mare, sole, amore – und sei es auch nur am Gardasee.“ Auch angesichts der italienischen Mode und rassiger Automobile könne er sagen, dass Tirol italienische Verhältnisse liebe, so Pupp.

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