Weil Starbucks vor dem berühmten Mailänder Dom Palmen und Bananenstauden anpflanzen lässt, laufen die Italiener Sturm. Traditionalisten, allen voran die Lega Nord, finden das Begrünungsprojekt "unitalienisch".
Weil Starbucks vor dem berühmten Mailänder Dom Palmen und Bananenstauden anpflanzen lässt, laufen die Italiener Sturm. Traditionalisten, allen voran die Lega Nord, finden das Begrünungsprojekt unitalienisch.
Die Piazza del Duomo, der große leere Platz vor dem Dom aus dem 14. Jahrhundert in Mailands sowieso winziger Altstadt soll neu gestaltet werden. Die Ausschreibung gewann ausgerechnet Starbucks. Die Kaffeehauskette finanziert nun das Aufstellen von Palmen und Bananenstauden. Einige der Gewächse sollen bis zu fünf Meter hoch werden. Noch sind nicht alle dort, wo sie hingehören, aber die Entrüstung ist enorm.
Lega Nord: "Kamele und Affen, dann haben wir Afrika"
Vor allem die rechte Partei Lega Nord ätzt über das Projekt. "Palmen und Bananen auf der Piazza del Duomo - was wir jetzt noch brachen, sind Kamele und Affen, dann haben wir wirklich Afrika in Italien", zitieren die "Salzburger Nachrichten" Parteichef Matteo Salvini. Dabei stimmt das so nicht. Palmen sind in Italien zwar nicht heimisch, werden aber schon seit Jahrhunderten gepflanzt und wachsen inzwischen in vielen Städten. Auch Diktator Mussolini ließ Palmen anbauen und wollte damit auf die ehemaligen Kolonien in Afrika hinweisen.
"Neugotische Verrücktheit"
Auch dem Mailänder Bürgermeister will kein Lobeswort über die Lippen kommen. Giuseppe Sala will "abwarten, wie es aussieht, wenn es fertig ist." Ein berühmter italienischer Landschaftsarchitekt bezeichnet die Palmen am Domplatz als "neugotische Verrücktheit".
Starbucks als Bedrohung für die Espresso-Nation
Der Hass richtet sich wahrscheinlich nur zum Teil gegen die Palmen. Dass ausgerechnet Starbucks das Projekt finanziert, dürfte ebenfalls etwas damit zu tun haben. Die US-Firma plant, in den nächsten paar Jahren bis zu 300 Filialen in Italien eröffnen. Der Medienrummel kommt ihnen da gerade recht. Traditionsbewusste Italiener fürchten sich um ihre Cappuccino- und Espresso-Kultur.