Der Neustart im italienischen Fußballnationalteam entwickelt sich zunehmend chaotisch. Andrea Pirlo, Weltmeister von 2006, erklärte am Montag auf Instagram, dass er nicht mehr als Kandidat für den Posten des Teamchefs zur Verfügung steht.
Pirlo äußerte sich in seinem Statement auch zu der Kritik an seinem Sponsorenvertrag mit dem russischen Wettanbieter Fonbet. Er betonte, dass er seine Arbeit stets im Einklang mit den Gesetzen und Verträgen ausgeübt habe und dass seine Zusammenarbeit mit Fonbet rein sportlicher und geschäftlicher Natur gewesen sei. "Ihr eine politische Bedeutung zuzuschreiben, bedeutet, mir Überzeugungen zuzuschreiben, die ich nie geäußert habe und die nicht zu mir gehören", stellte Pirlo klar.
Wie orf.at berichtet, zieht die Debatte um Pirlo nun auch weitere Kreise: Paolo Maldini, der erst vor 16 Tagen als Technischer Direktor verpflichtet wurde, verlässt laut Sky Italia gemeinsam mit seinem Berater Leonardo den italienischen Verband. Eine offizielle Bestätigung für den Rücktritt gibt es bislang noch nicht.
Pirlo war noch vor wenigen Wochen bei einer Autogrammstunde in Moskau, was nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine für Kritik sorgte. Auch andere prominente Namen wie Pep Guardiola haben bereits für den Posten des Teamchefs abgesagt. Als mögliche Nachfolger werden Roberto Mancini und Antonio Conte gehandelt.
Maldini soll Medienberichten zufolge bereits angekündigt haben, dass er ohne Pirlo für den strukturellen Neuaufbau nicht zur Verfügung steht. Der frühere Weltklasseverteidiger setzte dies am Montag offenbar in die Tat um.
Italien hat im Frühjahr zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für die Weltmeisterschaft verpasst. Deshalb musste auch der bisherige Nationaltrainer Gennaro Gattuso seinen Posten räumen. Der italienische Fußballverband steht nun erneut vor einem schwierigen Neuanfang.