Welt

IWF-Chefin wegen Fahrlässigkeit verurteilt - straffrei

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:12

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde von einem Pariser Gericht schuldig befunden, dem ehemaligen Präsidenten von Olympique Marseille Bernard Tapie in ihrer alten Funktion als Finanzministerin 400 Millionen Euro wegen eines zwielichtigen Deals mit Adidas-Aktien zukommen gelassen zu haben. Christine Lagarde habe fahrlässig gehandelt, so die Urteilsbegründung, bleibt aber straffrei. Tapie selbst ist kein unbeschriebenes Blatt, da er mit seinem Verein eine Meisterschaft "gekauft" hatte.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde von einem Pariser Gericht schuldig befunden, dem Ex-Präsidenten von Olympique Marseille Bernard Tapie in ihrer alten Funktion als Finanzministerin 400 Millionen Euro wegen eines zwielichtigen Deals mit Adidas-Aktien zukommen gelassen zu haben. Christine Lagarde habe fahrlässig gehandelt, so die Urteilsbegründung, bleibt aber straffrei. Tapie selbst ist kein unbeschriebenes Blatt, da er mit seinem Verein eine Meisterschaft "gekauft" hatte.
Der aufsehenerregende Fall nahm seinen Lauf, als Tapie die Bank Credit Lyonnais geklagt hatte. Er hatte das Geldinstitut 1994 beauftragt, seine Adidas-Aktien zu abzustoßen. Die Bank kaufte die Wertpapiere selbst und verkaufte sie nur wenige Monate später für das Doppelte weiter.

Tapie fühlte sich geprellt und ein Schiedsgericht sprach ihm 2007 tatsächlich eine Entschädigung von 403 Millionen Euro zu. Lagarde segnete als Finanzministerin die Zahlung ohne Widerspruch ab, was jetzt Thema der Gerichtsverhandlung war. Denn Tapie ist seit Lebzeiten hervorragend in der Politik vernetzt und soll Verbindungen zu drei der Schiedsleute gehabt haben.

Der französische Gerichtshof der Republik befand Lagarde nun der Fahrlässigkeit schuldig, legte ihr aber keine Strafe auf. Sie hatte stets ihre Unschuld beteuert.

Champions League erschwindelt?

Tapie ist weit über die Grenzen seines Landes bekannt geworden, da er in der Fußballmeisterschaft 1993 einen Gegner (US Valenciennes) bestochen hatte, um sich den Titel zu sichern. Im selben Jahr gewann man das Endspiel des Europapokals de Landesmeister (heute Champions League) gegen den AC Milan. Allerdings wurden später seitens der eigenen Spieler und des italienischen Gegners immer wieder Vorwürfe laut, die Marseille-Kicker seien gedopt gewesen.

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