In Großbritannien ist eine Postkarte versteigert worden, die angeblich vom geheimnisumwitterten Serienmörder "Jack the Ripper" stammen soll.
Er ist wohl das berühmteste ungelöste Kriminalrätsel: die Identität des Serienmörders, den man nur als "Jack the Ripper" kennt. Zwischen August und November 1888 beging er im Londoner Stadtteil Whitechapel mindestens fünf Morde an Frauen, bei denen er seine Opfer teilweise zur Unkenntlichkeit verstümmelte. Ein mögliches Bekennerschreiben des Mörders wurde nun in Großbritannien um 20.000 Pfund versteigert.
Der Mörder wurde nie gefasst, die Theorien über die Mordserie gehen in die Hunderte und inspirierten damals wie heute zahlreiche Bücher und Filme. Während der Ermittlungen gingen hunderte Bekennerschreiben bei der Polizei ein, die vorgaben, von "Jack the Ripper" zu sein.
Möglicherweise echtes Bekennerschreiben
So gut wie alle davon sind Fälschungen, manche davon stammen sogar von Journalisten. Nur einige wenige wurden zumindest als möglicherweise authentisch eingestuft. Eine solche Postkarte wurde in Großbritannien nun versteigert.
Die Postkarte ist mit 29. Oktober 1888 datiert – 11 Tage vor dem Mord an Mary Kelly, dem mutmaßlich letzten Opfer von Jack the Ripper. Auf der Postkarte, die an die Ealing-Polizeidienststelle adressiert war, kündigt der Schreiber an, zwei weitere Frauen ermorden zu wollen.
"Ich hoffe, Sie mochten die halbe Niere"
Er beschreibt seine Tatwaffe als das "Messer eines Studenten" und unterzeichnet mit "Ich bin Jack the Ripper". Viele Ermittler und Ripper-Forscher glauben, dass der Mörder medizinisches Hintergrundwissen hatte. Außerdem schreibt der Absender der Postkarte: "Ich hoffe, Sie mochten die halbe Niere".
Das ist ein Bezug zu, sogenannten "From Hell"-Brief, einem weiteren möglicherweise authentischen Bekennerschreiben, das zusammen mit einer halben menschlichen Niere abgegeben wurde.
Aus dem Nachlass eines Polizisten
Die Postkarte stammt aus dem Besitz eines Londoner Polizisten, der sie bei der Pensionierung von seinen Kollegen als Andenken geschenkt bekam. Die Witwe des Polizisten ließ sie aus dem Nachlass versteigern.
Die knapp 7x12 Zentimeter große Postkarte wurde auf 600 bis 900 Pfund geschätzt. Ein Sammler erhielt den Zuschlag nach einem regelrechten Bieterduell um 20.000 Pfund – umgerechnet knapp 25.000 Euro, wie das Auktionshaus gegenüber der britischen BBC sagte.
(hos)