"Jackbox Party Pack 7" im Test: Ein Pack, 5 Spiele

"Jackbox Party Pack 7" setzt die beliebte Partyspiel-Reihe auf PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch fort. Mit dem wohl kniffligsten neuen Inhalt.

Seit 2014 dürfen sich Fans von Partyspielen jährlich über eine neue Ausgabe der "Jackbox Party Games" freuen. Das Konzept ist simpel: In jedem Pack stehen fünf Spiele bereit, die in größeren Gruppen gespielt und dabei auch von mehreren Zusehern verfolgt werden können. Dieses Mal tragen die Minigames die klingenden Titel "Blather ‚Round", "Champ’d Up", "Quiplash 3", "Talking Points" und "The Devils and the Details". Man merkt es schon hier: Englisch ist dringend notwendig.

Die "Jackbox Party Games" zeigen seit Anbeginn der Serie zwei Eigenheiten, die beide äußerst lobenswert sind. Denn nicht nur lassen sich die "Packs" lokal oder online spielen, es muss auch online nur ein Mitspieler das Spiel tatsächlich besitzen – die übrigen dieses Mal bis zu acht Mitspieler können einfach mit ihren Mobilgeräten in einen erstellten Kanal einsteigen. Auf Wunsch kann dabei das eigentliche Spiel auch über Discord und Co. auf allen Bildschirmen der Teilnehmer gestreamt werden.

Das kniffligste und witzigste Spiel

Mit "The Devils and the Details" gibt es in der Sammlung nun auch das wohl kniffligste Spiel der gesamten Serie. Die Mitspieler schlüpfen dabei in die Rolle von verschiedenen Mitgliedern einer Teufels-Familie, darunter Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Jeder einzelne Spieler bekommt dabei besondere Aufgaben zu erledigen, wobei das Ziel ist, in einem fiktiven Vorort zu überleben. Das Perfide dabei: Während die Aufgaben Zusammenarbeit der Spieler erfordert, gibt es immer wieder Tätigkeiten für einzelne Spieler, die zwar gegen das Gruppenziel gehen, aber massig Punkte für einen selbst versprechen.

Vollkommen chaotisch wird es in "The Devils and the Details", wenn man sich per Sprachchat bei den Aufgaben mit den drei bis acht Spielern koordinieren muss. Gleichzeitig nämlich versucht man auch, andere Spieler davon abzuhalten, ihre eigene Vorhaben durchzuziehen. Nicht nur, dass die ersten Versuche beim Minispiel mit ziemlicher Sicherheit ein absolut witziger Reinfall werden – wer solche Spiele nicht mit Humor nehmen kann, setzt hier schon mal seine Freundschaften aufs Spiel. "The Devils and the Details" ist insgesamt nicht nur das kniffligste, sondern auch das witzigste Spiel des Pack.

Auch Zuseher nehmen am Spiel teil

"Quiplash 3" ist der dritte Teil der bekannten "Quiplash"-Serie. Das Prinzip ist einfach und das Spiel für jeden Neuling leicht zugänglich. Im Prinzip bekommt die Spielerrunde eine Frage oder Phrase wie "Das darf im Urlaub nicht fehlen" vorgesetzt und muss darauf eine möglichst witzige und kreative Antwort ins Spiel tippen. Ist die Zeit abgelaufen, darf die gesamte Gruppe abstimmen, welche Antwort die beste ist. Wie bei den anderen Spielen gilt übrigens auch hier: Wer keinen Platz mehr in einer Spielrunde findet, kann als Zuseher trotzdem dabei sein und beispielweise Bonuspunkte an die Spieler verteilen.

Spieler können übrigens auch eigene Fragen und Phrasen erstellen und teilen, was die Auswahl an Kategorien so gut wie unendlich macht. Zeichnungen statt Worte sind wiederum in dem Spiel "Champ’d Up" gefragt. Wieder bekommen Spieler eine Kategorie wie "Champion der Schreckgespenster" und müsse daraufhin eine möglichst passende Figur zeichnen. In einer weiteren Runde mit einer neuen Kategorie wird wiederum ein neuer Charakter entworfen. Sind alle Zeichnungen beendet, treten die Figuren der in den jeweiligen Kategorie gegeneinander an – und die Gruppe sowie Zuseher wählen die Gewinner aus.

Kein Grafik-Wunder, aber witzig

Grafisch darf man sich nicht viel von "Jackbox Party Pack 7" erwarten. Die Screens und Objekte sind sehr simpel gehalten, nette Animationen wie die Kämpfe in "Champ’d Up" bilden die Ausnahme. Genau das macht aber auch den Charme der Serie seit den Anfängen aus und das Highlight ist der Inhalt, nicht die Aufmachung. So auch bei "Talking Points": Hier arbeiten je zwei Spieler bei einer Art Powerpoint-Präsentation zusammen, die hektischer nicht sein könnte. Während ein Spieler per Mikro über Themen wie "Warum ich dieses Klopapier nicht nutze" redet, ist ein anderer dafür zuständig, die Präsentations-Folien mit Hintergründen, Bildern und Slogans zu gestalten.

Ebenfalls um Kopf und Kragen kann man sich in "Blather ‚Round" reden. Der Spieler bekommt hier vorgegebene Texte und muss diese mit eigenen Begriffen auffüllen, um der Gruppe einen ebenfalls vorgegebenen Begriff zu erklären. Errät jemand aus der Gruppe den gesuchten Begriff, staub man massig Punkte ab. Kaum zuvor war eine "Jackbox Party Pack"-Ausgabe so sehr auf Sprachchats beziehungsweise Sprache generell ausgelegt, noch nie zuvor war der Mix an Minigames aber auch so abwechslungsreich wie dieses Mal.

Witzig, aber nur für Party-Fans

So komfortabel das Zusammenspielen in der Sammlung online durch einfache Anbindung an Streaming-Services und nur einer Spielausgabe als Voraussetzung auch ist, gerade die auf Sprache ausgelegten Games funktionieren besser, wenn man sich in einer Runde vor Ort und nicht im Netz organisiert, denn bei gleichzeitig sprechenden Personen wird es im Voice-Chat oft zu chaotisch. Klasse aber: Mit Sprechen, Schreiben und Zeichnen dürfte für jeden Fan etwas in der Sammlung dabei sein.

Marathon muss man für die einzelnen Spiele übrigens keinen einplanen, denn je nach ausgewähltem Game dauern sie rund fünf bis maximal zehn Minuten. Ganz klar muss aber gesagt werden: Wer weder über etwas bessere Englisch-Kenntnisse verfügt, noch mit Party-Spielen unbedingt warm wird, ist hier vollkommen fehl am Platz. Ist beides gegeben, ist das "Jackbox Party Pack 7" zwar keine Innovation in der Serie, macht aber wieder irrsinnig viel Spaß.  

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