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James Cameron geht auf Wonder Woman los

Heute Redaktion
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Den Lobhudeleien für die DC-Kinoheldin will sich der Regisseur nicht anschließen. Die stärkste Frauenfigur Hollywoods ortet er in einem anderen Film.

Superman und Batman konnten es nicht richten, die "Suicie Squad" brachte es auch nicht zustande. Da musste schon eine taffe Powerfrau daherkommen, um DC und Warner Bros. mal wieder zu einem durchschlagenden Comic-Movie-Erfolg zu verhelfen. Auf "Wonder Woman" konnten sich Kritikern und Publikum einigen; die DC-Adaption spielte weltweit über 800 Millionen Dollar ein.

Soooo toll war der Film nun auch wieder nicht, mögen nun manche Kinobesucher (leise) munkeln, als weibliche Identifikationsfigur ist diese bildhübsche, achselhaargetrimmte, mit einem Soldatenhelden turtelnde Dame nicht so geeignet, wie man sie gerne darstellt. Filmemacher James Cameron ("Titanic", "Terminator", "Avatar"), nie um einen unbequemen Kommentar verlegen, verkündete eben das nun in einem Interview mit dem "Guardian".

Objekt des männlichen Hollywoods

"All dieses selbstbeweihräuchernde Schulterklopfen, das Hollywood mit 'Wonder Woman' aufgeführt hat, war so fehlgeleitet. Sie ist eine objektifizierte Ikone, und das ist wieder mal nur die alte Leier des männlichen Hollywoods. Ich sage nicht, dass ich den Film nicht mochte, aber er ist ein Schritt zurück."

Der Regisseur ist der Meinung, selbst eine stärkere Frauenfigur ins Kino gebracht zu haben, mit der Wonder Woman es nicht aufnehmen könnte.

"Sarah Connor [aus 'Terminator 2', gespielt von Linda Hamilton] war keine Schönheits-Ikone. Sie war stark, sie war kompliziert, sie war eine furchtbare Mutter, und sie verdiente sich den Respekt des Publikums mit reinem Schneid."

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Reaktion von Jenkins

Patty Jenkins, die Regisseurin von "Wonder Woman", reagierte via Twitter auf James Camerons Kritik. Seine (Fehl)einschätzung der von Gal Gadot verkörperten Figur sei darauf zurückzuführen, dass er keine Frau sei. Attraktivität ist laut Jenkins kein Ausschlusskriterium für vorbildhafte Heldinnen. "Es gibt keine richtige oder falsche Art von starker Frau", so die Filmemacherin.

(lfd)