Letztes Weibchen stirbt – Aus für Riesenschildkröte

Der Versuch, die größte Süßwasser-Schildkröte der Welt vor dem Aussterben zu bewahren, hat ihr Schicksal besiegelt: das letzte Weibchen starb bei einem Befruchtungsversuch.
Das letzte bekannte Weibchen der Jangtse-Riesenweichschildkröte (Rafetus swinhoei) ist am Samstag ausgerechnet in Folge von Komplikationen nach einem Besamungsversuch verstorben. Eigentlich hatte der Zoo der chinesischen Stadt Suzhou mit der künstlichen Befruchtung des Weibchens die gefährdete Art vor dem Aussterben retten wollen.

Dieses Schicksal scheint nun aber unausweichlich, wie chinesische Medien berichten. Denn obwohl es noch drei lebende Exemplare der Jangtse-Riesenweichschildkröte geben soll, ist sie durch diesen tragischen Todesfall de facto ausgestorben. Die letzten bekannten Vertreter der Art sollen allesamt Männchen sein.

Zuchtprogramm lief seit 2008

Das bei seinem Tod am Samstag mehr als 90 Jahre alte Weibchen war 2008 in den Shangfangshan National Forest Park in Suzhou gebracht worden (siehe Diashow oben), um dort ein Zuchtprogramm zu starten. Ihr Partner: ein noch älteres Männchen, das schon vor dem Ersten Weltkrieg geboren worden war. Alle fünf Befruchtungsversuche schlugen fehl, obwohl Experten dem Tier beste Gesundheit bescheinigt hatten.

Wieder einmal war der Mensch der größte Feind: Flussregulierungen und Dammbauten zerstörten den natürlichen Lebensraum von Rafetus swinhoei im südlichen China und Nord-Vietnam. Weil das Fleisch dieser bis zu 140 Kilo schweren Schildkröten als Delikatesse galt, wurden sie auch noch aktiv bejagt. Ihr weicher, lederartige Panzer wurde zudem für medizinische Zwecke genutzt.

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(rcp)

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