Japan: 96 Stunden in der Bebenhölle

Die in Japan lebende Musiklehrerin Cordula Schröck (38) aus Bad Fischau (Wr. Neustadt) war in der Erdbebenhölle. Sie lebt in der Großstadt Utsunomiya, 100 Kilometer nördlich von Tokio. Vier Tage nach dem Inferno kehrte sie nach Hause zurück - vier Tage voller Angst und Hoffnung. Am Dienstag konnte sie ihre Familie umarmen.

„Es war 14.45 Uhr Ortszeit, ich hatte Freistunde und war in Facebook“, so die gebürtige Mödlingerin über den Zeitpunkt, als das Erdbeben losging. „Zuerst dachte ich, es ist wieder eines der kleinen Beben. Doch dann wurde es heftig, wir gingen alle ins Freie. Die Kinder gingen in Schutzposition, ich machte ihnen alles nach“, erzählt Cordula Schröck noch sichtlich gezeichnet. Japanische Kinder absolvieren regelmäßig Erdbebentrainings.

„Am nächsten Tag war Schulschluss. Unfassbar, die Feierlichkeiten fanden statt, als ob nichts gewesen wäre“, so die attraktive Geigerin. „Die Japaner gingen joggen, spazieren, aber große Teile der Stadt waren gespenstisch leer – richtig gruselig“, erzählt Cordula. Als ihr Rückflug gestrichen wurde, machte sich bei der Hobbysportlerin Angst breit. Erst am nächsten Tag bekam sie eine Maschine. Am Dienstag um 0.15 Uhr konnte sie ihren Vater am Flughafen in die Arme schließen. „Ich habe irrsinnige Angst um meine Kollegen. Ich habe nichts mehr von ihnen gehört“, so Cordula.

Joachim Lielacher

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