Jaukerl im Turnsaal: Impfstart an Wiens Volksschulen

Jaukerl im Turnsaal: Seit heute wird wie hier am Standort Steinlechnergasse (Hietzing) auch an ausgewählten Volksschulen geimpft.
Jaukerl im Turnsaal: Seit heute wird wie hier am Standort Steinlechnergasse (Hietzing) auch an ausgewählten Volksschulen geimpft.GTVS Steinlechnergasse
Rund 17.800 Kinder von 5 bis 12 Jahren sind bisher gegen Corona geimpft. Um die Rate zu heben, impfen nun auch die Schulärzte. 

Vor rund drei Wochen startete Wien als erstes Bundesland mit den Impfungen für unter 12-Jährige, vergangene Woche wurde der Impfstoff für Kids von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA freigegeben. Seit her ist in Wien viel passiert: bisher haben rund 17.800 Kinder zwischen 5 und 12 Jahren einen Erststich erhalten.

Um die Durchimpfungsrate weiter zu heben, macht sich die Stadt nun an eine weitere Ausdehnung der Impfangebote. Neben der Impfstraße im Austria Center Vienna (Donaustadt) wird noch auch an ausgewählten Volksschulstandorten gepikst. Den Anfang machte die Volksschule Steinlechnergasse in Hietzing, heute haben von 455 Schülern immerhin 125 ihre erste Impfung erhalten.

Einverständnis der Eltern ist Voraussetzung

Wie auch bei anderen Schulimpfungen üblich, wurden die Eltern vorab mittels Elternbrief über das Impfangebot und die Termine für die erste und zweite Dosis informiert. Eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten ist Voraussetzung für die Impfung.

In den Schulen impfen analog zum üblichen Schulimpfprogramm der Stadt Wien Schulärzte in jeweils drei Impfstraßen. Dabei wird die vorhandene Infrastruktur der Schulstandorte genützt, die heutigen Impfungen fanden im Turnsaal der Volksschule statt.

Rotes Kreuz liefert Impfstoffe in die Schulen

Der Impfstoff selbst wird vom Roten Kreuz angeliefert. Nach erfolgter Impfung wird diese in der elektronischen Gesundheitsakte ELGA eingetragen und nach Erhalt der zweiten Dosis bekommen auch die Schüler*innen ihr Impfzertifikat. Auf Wunsch der Eltern können diese beim Impfen anwesend sein. In einem ersten Schritt werden in den nächsten Wochen insgesamt acht Schulstandorte in vier Bezirken mit diesem Angebot ausgestattet.

Der zweite Termin, der zeitnah nach Ende der Weihnachtsferien stattfindet, wird ebenfalls in der Schule, in der auch die Erstimpfung gemacht wurde, vom selben Team durchgeführt. Geplant ist nach Evaluierung der acht Standorte die Aktion über die öffentlichen Volksschulen flächendeckend auszurollen.

Stadt erfreut über hohe Impfbereitschaft

"Die Impfung ist der Weg aus der Pandemie. Um diese möglichst unkompliziert anbieten zu können, stellen wir gerne die Infrastruktur an den Schulen sowie die Schulärztinnen und Schulärzte zur Verfügung. Durch den Schutz der Impfung holen wir uns schulische Normalität zurück, ohne dauerndes Maskentragen und Testen in hoher Frequenz", erklärt Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP).

Bei der Stadt Wien zeigt man sich über die hohe Bereitschaft von Eltern und Kindern, das neue Impfangebot anzunehmen, erfreut: "Die hohe Nachfrage am Schulstandort Steinlechnergasse zeigt, dass es sinnvoll ist, den Weg der niederschwelligen Impfangebote in Wien weiter fortzusetzen. Wir haben bereits im Herbst sehr gute Erfahrungen mit dem Impfen in Schulen, etwa an Wiener Berufsschulen gemacht und es freut mich sehr, das Impfangebot nun auch den jüngsten Schülerinnen und Schülern anbieten zu können", so Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos).

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) ruft zur Teilnahme auf: "Wie wir wissen, sind die Infektionsraten bei den ganz Jungen sehr hoch. Wenn die Krankheitsverläufe auch zumeist mild sind, können doch Komplikationen und Spätfolgen auftreten. Mit einer Impfung sind auch unsere Jüngsten geschützt.“

Wiederkehr gegen Schul-Lockdown und für temporäre Impfpflicht

Noch Mitte November hatte Wiederkehr eine Impfpflicht für Wiens Lehrer ausgesprochen, wir haben berichtet. Gegenüber der "Presse" ist er nun für eine zeitliche begrenzte Impfpflicht. Diese und 2G-Regelungen dürften nur so lange gelten, wie sie im Vergleich zu einem Lockdown das gelindere Mittel sei. –

Daneben spricht sich der Bildungsstadtrat weiter für offene Schulen aus, mit einem entsprechenden Sicherheitskonzept sei das durchaus möglich. Dass es bei einem erneuten, starken Anstieg, etwa durch die Omikron-Variante aber erneut zu Distance Learning komme, könne er nicht ausschließen.

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