Die amerikanische Jazzsängerin Cassandra Wilson ist tot. Ihr Manager Robert Torre teilte dem US-Radiosender WBGO am Mittwoch mit, dass die Musikerin "friedlich zu Hause im Kreise ihrer Familie, enger Freunde und ihres Managers verstorben ist". Eine Todesursache nannte er nicht.
Die zweifache Grammy-Preisträgerin und Jazzsängerin, die unter anderem mit den Roots und Angelique Kidjo zusammengearbeitet hat, wurde 70 Jahre alt.
Musik hat bei Wilson schon von klein auf eine große Rolle gespielt. Ihr Vater Herman B. Fowlkes war Jazzgitarrist und Volksschullehrer. Sie begann schon mit sechs Jahren Klavier zu spielen, mit 12 griff sie zur Gitarre und bereits als Jugendliche sang sie professionell. Nach ihrem Studium der Massenkommunikation an der Jackson State University hat Wilson begonnen, Jazz zu singen.
Ein wichtiger Wendepunkt in ihrer Karriere war laut "Rolling Stone" das Album "Blue Light 'til Dawn" aus dem Jahr 1992. Das war ihr erstes Album bei Blue Note Records, für das sie bewusst eine akustische Begleitung gesucht hat. Neben eigenen Liedern hat Wilson darauf auch Stücke von Van Morrison, Joni Mitchell und Ann Peebles interpretiert.
Diesen Weg hat sie 1995 mit "New Moon Daughter" fortgesetzt und ihre starken Eigenkompositionen – wie "Little Warm Death" und "Solomon Song" – mit Coverversionen von Neil Young, U2, Hank Williams und den Monkees gemischt.
Auch in Österreich ist Cassandra Wilson mehrmals aufgetreten. Im November 2015 hat sie hierzulande mit einer Hommage an die 1959 verstorbene Jazzsängerin Billie Holiday gastiert, die damals ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte.