Alarmierende Zahlen legte das Institut für Soziologie der Uni Wien vor: Elf Prozent der Uni-Studenten können aufgrund ihrer finanziellen Lage ihre Wohnung im Winter nicht warm halten. Besonders dramatisch stelle sich die Lage bei Studenten in Wohngemeinschaften und Wohnheimen dar. Die ÖPsterreichische Hochschülerschaft fordert deswegen "mehr Kohle" für Studenten.
Alarmierende Zahlen legte das Institut für Soziologie der Uni Wien vor: Elf Prozent der Uni-Studenten können aufgrund ihrer finanziellen Lage ihre Wohnung im Winter nicht warm halten. Besonders dramatisch stelle sich die Lage bei Studenten in Wohngemeinschaften und Wohnheimen dar. Die ÖPsterreichische Hochschülerschaft fordert deswegen "mehr Kohle" für Studenten.
Für die Studie wurden rund 5.000 Studenten befragt. 43 Prozent davon leben in eigenen Haushalten, 29 Prozent in Wohngemeinschaften, 18 Prozent bei Eltern oder Verwandten und zehn Prozent in Wohnheimen. Der durchschnittliche Student wohnt auf 33 Quadratmetern und zahlt 311 Euro pro Monat.
Als häufigstes Wohnproblem gaben die Studenten undichte Fenster und Türen an (28 Prozent). Es folgen Lärm (21 Prozent), kein Stauraum (19 Prozent), Fäulnis/Schimmel (13 Prozent), keine Rückzugsmöglichkeit (zwölf Prozent), mangelnde Heizung (zehn Prozent), unangenehme Gerüche (sieben Prozent) und mangelndes Tageslicht (sechs Prozent).
Preise stark angestiegen
Verstärkt werden die finanziellen Probleme von Studenten dadurch, dass die Preise in Studentenheimen zuletzt stark angestiegen seien, so ÖH-Sozialreferentin Susanne Reither. Am günstigsten komme man derzeit mit monatlich 180 Euro für das Doppelzimmer weg, im neuen Wohnheim der Wirtschaftsuniversität (WU) zahle man dagegen 550 Euro für das Einzelzimmer. Im Schnitt seien für ein neun bis zwölf Quadratmeter großes Einzelzimmer je nach Studienort 280 bis 340 Euro zu bezahlen.
Da die Regierung zuletzt Fördermittel für die Sanierung und den Neubau von Heimen gestrichen habe, sei mit einer weiteren Verschlechterung der Situation zu rechnen. Der stellvertretende ÖH-Vorsitzende Bernhard Lahner (Fraktion Engagierter Studierender, FEST) forderte "mehr Kohle" für die Studenten. Nötig seien eine Reform des Beihilfensystems durch eine Erhöhung der Studienbeihilfe und mehr Toleranzsemester, der Ausbau von Studentenheimen sowie eine Preisobergrenze für Zimmer in den Heimen.