Jeder 10. arbeitslos – aber Überraschung bei Kurzarbeit

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Auch wenn die Arbeitslosenquote im Juli leicht zurückging, sind aktuell rund 9,2 Prozent der Österreicher auf der Suche nach Arbeit.

Monatlich veröffentlicht das Arbeitsmarktservice (AMS) aktuelle Zahlen zur Situation am österreichischen Arbeitsmarkt. Im Lichte der Corona-Krise sind die Zahlen zum Juli 2020, die am Montag veröffentlicht wurden, besonders interessant. Konnten die Lockerungsverordnungen und das schrittweise Ende der Kurzarbeit den gewünschten Effekt bewirken? Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

432.539 Personen ohne Arbeit

So viele Personen befinden sich aktuell in einer AMS-Schulung oder tragen den Status "Vorgemerkt". Gegenüber Ende Juni ist das ein deutlicher Rückgang (-30.815), im Vergleich zum Juni 2019 hingegen ein sehr deutlicher Anstieg von +107.333. Überdurchschnittliche Zuwächse verzeichnen dabei insbesondere Jugendliche und Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft, die von der Pandemie besonders schwer getroffen wurden. Männer machen derzeit rund 52 Prozent der Arbeitslosen aus, Frauen hingegen 48 Prozent.

9,2 Prozent

So hoch ist die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition. Der Wert kann aktuell nur geschätzt werden, da die Zahlen zur unselbstständigen Beschäftigung erst Mitte des Monats vorliegen werden. Nach aktuellem Stand würde dies einen Anstieg von +2,7 Prozentpunkten im Vergleich zum Juli 2019 bedeuten.

EU-Vergleich: 12. Platz

Im internationalen Vergleich mit den anderen EU-Staaten schneidet Österreich überdurchschnittlich gut ab. Nach internationaler Erhebungsmethode kommt Österreich hier auf 5,7 Prozent. Laut "Eurostat" liegt der EU-27 Durchschnittswert der arbeitslosen Personen bei 7,3 Prozent. Besonders hoch sind die Zahlen in Griechenland und Spanien (15,5 und 15.6 Prozent), sehr wenige Arbeitslose verzeichnen hingegen etwa Tschechien (2,6 Prozent), Polen (3,0 Prozent) aber auch Deutschland (4,2 Prozent).

In Tirol 85 Prozent Plus

Diesen Anstieg an Arbeitslosen hat Tirol im Vergleich zum Vorjahr zu beklagen. Auch Salzburg (+61,8 Prozent) und Vorarlberg (+50,6 Prozent) sind hart getroffen. Besser ist die Lage in Kärnten, das mit einem Plus von "nur" 26,8 Prozent noch am besten durch den Juli kam, Niederösterreich und Burgenland stehen bei rund 32 Prozent relativem Zuwachs.

476.000 im Projekt Kurzarbeit

Die stärkste Veränderung gab es bei Personen in Kurzarbeit. Diese sank im letzten Monat um ganze 274.000. In Euro wurden bisher vier Milliarden an die Betriebe ausbezahlt. Damit liegt Österreich nach wie vor unter dem prognostizierten Wert der Experten.

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