Von den 112.272 Asylwerbern, die im letzten Jahr einen Antrag in Österreich gestellt haben, wurden 24.717 bereits zuvor in einem anderen Land erfasst. Das zeigen Daten aus dem Innenministerium, wie die "Wiener Zeitung" berichtet.
Die meisten von ihnen wurden in Bulgarien (9.605), Griechenland (7.896), Deutschland (1.500) und Rumänien (1.500) registriert. Dies ist ein deutlich niedrigerer Anteil im Vergleich zu den Vorjahren.
Kritik kommt von FPÖ-Chef Herbert Kickl. Er fragt sich, "warum sich das Innenministerium hier nicht an die Dublin-Regel hält und diese Asylwerber nicht in jenes Land bringt, wo sie erstmals aufgeschlagen sind." Dieser Umstand beweise, "dass die Menschen gezielt nach Österreich wollen, weil es hier weit bessere Sozialleistungen gibt als beispielsweise in Griechenland oder Bulgarien."
Innenminister Gerhard Karner kündigte in einem Interview mit der "Welt" an, dass Österreich nach Verabschiedung einer neuen europäischen Asylpolitik keine Migranten aus Drittstaaten mehr aufnehmen werde und fordert in der Debatte über eine gemeinsame europäische Asylpolitik weitere Zugeständnisse der deutschen Bundesregierung. "Ich baue darauf, dass Deutschland Österreich beim Thema Asylzentren in sicheren Drittstaaten unterstützen wird."